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Zuletzt aktualisiert: 03.09.2011 um 17:14 UhrKommentare

Jagerhofer: "Ich hätte auch ein Verbrecher werden können"

"Mr. Beach" Hannes Jagerhofer (49) im Gespräch über gute Gene, das Älterwerden und das Grillhendlverkaufen. Ein Interview, das ganz ohne Beachvolleyball auskommt.

Hannes Jagerhofer im Gespräch mit Christiane Canori

Foto © FanzottHannes Jagerhofer im Gespräch mit Christiane Canori

Sie haben schon viele Interviews gegeben. Gibt es eine Frage, die Ihnen noch nie gestellt wurde, auf die Sie gerne eine Antwort geben würden?

HANNES JAGERHOFER: Ein Großteil wurde gefragt. Wovon man aber wenig spricht, ist die Dankbarkeit, die man gewissen Leuten und Möglichkeiten entgegenbringen sollte. Viele Dinge im Leben sind nicht selbstverständlich. Und ich bin mir schon bewusst, was ich für ein Glück gehabt habe. Viele Personen begleiten mich auf meinem Weg. Sei es Niki Lauda oder Udo Jürgens, der eine väterliche Figur für mich ist. Es gibt aber auch noch viele andere Personen, denen man danke sagen möchte.

Wie sportlich sind Sie?

JAGERHOFER: Ich war in meiner Jugend ein ziemlicher Sportfreak, bin Schirennen gefahren. Aber ich habe es nicht so weit gebracht, um damit Geld zu verdienen. Ansonsten fahre ich sehr viel Wasserschi. Zwei bis drei Mal die Woche laufe ich auch. Ich brauche den Sport, um den Kopf freizubekommen.

Welche Beziehung haben Sie noch zu Feldkirchen?

JAGERHOFER: Feldkirchen ist meine Heimat. Ich habe hier von meinem ersten bis zu meinem 18. Lebensjahr gewohnt, die wichtigste Zeit. Mittlerweile verbringe ich viel Zeit auf der Simonhöhe, wo ich eine Hube habe.

Welche Erinnerungen haben Sie an Ihre Kindheit und Jugend in Feldkirchen?

JAGERHOFER: In Waiern habe ich meine ersten Schitrainings absolviert. Damals haben wir noch gebrettelt. Ich erinnere mich aber auch gerne an meine erste Surfschule am Ossiacher See. Mit 18 Jahren habe ich dort den ersten Kärntner Surf-Marathon veranstaltet. Da waren so viele Leute, dass der Steg eingeknickt ist.

Ihr Vater war Arzt. Sie selbst haben auch Medizin studiert. Warum nicht fertig?

JAGERHOFER: Ich habe die Zeit vertrödelt. Irgendwann wurde es meinem Vater zu bunt und er hat mir das Geld gestrichen. Ich habe dann angefangen, in Wien als Discjockey zu arbeiten. Dann haben die ersten Clubbings begonnen und daraus ist das Eventmarketing entstanden.

Legen Sie als DJ jetzt noch auf?

JAGERHOFER: Spaßmäßig - wenn die Musik der 70er gefragt ist, die war immer meine.

Wie würden Sie sich als Chef beschreiben?

JAGERHOFER: Ich glaube, ich bin kamot. Aber es ist sicher auch nicht leicht mit mir. Weil ich immer wieder Ideen habe und meine Mitarbeiter müssen diesen folgen. Wenn einem das Spaß macht, dass jeden Tag eine neue wahnwitzige Idee auf den Tisch kommt, dann bin ich ein guter Chef. Qualität ist mir wichtig.

Ihre Erfolgsfaktoren?

JAGERHOFER: Wenn ich eine Idee kreiert habe, habe ich sie bis zum bitteren Ende verfolgt. Es gab oft Schwierigkeiten, das war beispielsweise bei YPD so. Es ist eine harte Nuss, eine Idee wie YPD in einem anderen Land zu etablieren. Nächstes Jahr soll es in Bayern so weit sein, ein Jahr später in ganz Deutschland.

Hat es auch Rückschläge in Ihrem Leben gegeben?

JAGERHOFER: Natürlich gab es Momente in meinem Leben, in denen ich nicht gewusst habe, wie es weitergehen soll. Da habe ich mich dann schon als Surflehrer auf Hawaii gesehen, um irgendwie das Einkommen für mein Leben zu sichern.

Wie rafft man sich wieder auf?

JAGERHOFER: musst weitermachen und daran glauben. Mein Vorteil war, dass ich immer volles Risiko eingehen konnte, da ich keine Verantwortung gegenüber einer Familie hatte. Ich habe gewusst, wenn etwas passiert, dann trifft es nur mich.

Was war Ihr erster Ferialjob?

JAGERHOFER: Ich habe Grillhendln bei einem Jazzfestival verkauft. Dann habe ich in der Ara-Schuhfabrik gearbeitet. Relativ schnell habe ich mich aber dann mit meiner Surfschule in die Selbstständigkeit begeben.

Der Helikopterführerschein, den Sie haben, war ein Traum, den Sie sich erfüllt haben?

JAGERHOFER: Als Kind wollte ich Pilot werden. Ich habe mich später sogar dafür beworben. Mein Vater war dagegen. Heute bin ich froh. Ich fliege lieber zum Spaß.

Wo verbringen Sie gerne Ihren Urlaub?

JAGERHOFER: Ich hatte in den vergangenen vier Jahren keinen Urlaub. Heuer war ich wieder einmal in Griechenland, zum Kitesurfen. Ich habe dieses Land neu entdeckt. Da möchte ich bald wieder hin.

Schalten Sie im Urlaub Ihr Handy aus?

JAGERHOFER: Mein Handy ist immer ein. Außer in der Nacht, wegen der Strahlung. So wie das Handy einen zur Geisel macht, gibt es dir auch die Möglichkeit, dich frei zu bewegen. Wenn etwas passiert, bist du erreichbar. Das hat schon einen Vorteil.

Wo sind Sie in zehn Jahren?

JAGERHOFER: Auf einem Gutshof, wo ich Felder bestellen kann. Ich hoffe, YPD ist dann ein international erfolgreiches Projekt. Es wäre das Schönste, wenn ich das weiterbringen würde.

Sie waren auch schon als Autor tätig. Wie sind Sie auf die Idee gekommen, ein Buch über Kärnten zu schreiben?

JAGERHOFER: Heinz Steinhauser vom Lokal "Como" in Klagenfurt ist auf mich zugekommen. Wir wollten Kärnten aus meiner Sicht und aus der anderer zeigen. Ich habe mich dann mit Leuten wie Cornelius Kolig getroffen, die ich sehr schätze. Das waren viele tolle Momente. Ein Buch zu schreiben, das hat was. Das würde ich gerne wieder machen.

Wie schaut es mit einem Einstieg in die Politik aus?

JAGERHOFER: Wenn ich nichts mehr zu verlieren habe, mir egal ist, welche Schmutzkübelkampagnen gefahren werden und ich mich gerne Ungerechtigkeiten aussetze, dann gehe ich in die Politik.

Gibt es etwas, das Sie sich nicht zutrauen würden?

JAGERHOFER: Vieles. Generell bin ich aber der Meinung, dass man Sachen einfach ausprobieren muss, um zu wissen, wo seine Grenzen sind.

Sie wurden schon als "großer Kärntner" bezeichnet. Sehen Sie sich so?

JAGERHOFER: Ich bin 1,83 Meter groß. Das ist nicht klein, oder? Alle Titel, die man bekommt, ehren einen natürlich. Aber ich kann ja nichts für das, wie ich bin. Das sind die Gene, die Erziehung. Ich hätte genauso ein Schwerverbrecher werden können.

Sie werden nächstes Jahr 50. Angst vorm Alter?

JAGERHOFER: Jeder, der sagt, dass es cool ist, alt zu sein, der lügt. Aber ich glaube, solange du körperlich das tun kannst, was dir Spaß macht, hast du kein Problem.

In einem Interview haben Sie gesagt, dass Sie bis 50 Vater sein wollen. Das geht sich nicht mehr aus?

JAGERHOFER: Korrekt. Aber Kinder sind nach wie vor ein Riesenthema für mich. Jetzt habe ich einmal klein mit einem Hund angefangen. Der ist ein bisschen wie ein Kind.

CHRISTIANE CANORI

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Kleine Zeitung Hannes Jagerhofer über Dankbarkeit

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Kleine Zeitung Über seine Heimat Feldkirchen

Zur Person

Name. Hannes Jagerhofer

Geburtstag. 8. Februar 1962

Wohnhaft. Wien

Karriere. 1990 Gründung der Agentur ACTS, die unter anderem den Beachvolleyball Grand Slam in Klagenfurt abwickelt. 2005/2006 Flugsuchmaschine "checkfelix"; seit 2009 YPD Challenge (Wettbewerb um Ferialpraktika in Unternehmen)

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Die Beach-Volleyball-Europameisterschaft findet heuer von 31.07. - 04.08. in Klagenfurt statt.

 

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