Silber gewonnen, nicht Gold verloren
Das österreichische Duo unterlag im Endspiel den niederländischen Titelverteidiger Reinder Nummerdor/Richard Schuil nach drei vergebenen Matchbällen hauchdünn 1:2.

Foto © APClemens Doppler und Matthias Mellitzer
Die Trauer währte nur kurz. Erst dann dämmerte dem Niederösterreicher Clemens Doppler und dem Osttiroler Matthias Mellitzer, was das Schicksal da gerade mit ihnen angestellt hatte.
Nach Monaten der Enttäuschungen und Rückschläge standen die beiden Österreicher sensationell am Sonntag im Finale der Beachvolleyball-Europameisterschaft in Berlin und lieferten gegen die niederländischen Titelverteidiger Reinder Nummerdor und Richard Schuil einen Thriller, der es nicht nur ihrem dick eingepackten Trainer Marco Solustri kalt über den Rücken gehen ließ.
Nur kurz packte das rot-weiß-rote Duo zu Beginn die Ehrfurcht, dann kündigte bereits ein spannender erster Satz von den Dingen, die da noch kommen sollten. Durchgang eins ging zwar mit 21:18 an die Sieger 2008 und 2009 aus den Niederlanden, doch vor allem Doppler spielte seine gesamte Klasse und Erfahrung aus und machte den verschlafenen Start wett.
Matthias Mellitzer nahm Anleihe und zog nach. Die Blocks wurden sicherer, die Angriffe frecher. Just Mellitzer, der in der laufenden Saison vor dem Turnier in Klagenfurt verletzt pausieren musste, nahm das Zepter in die Hand und drehte das Spiel in Satz zwei, der mit 30:28 (!) an das österreichische Duo ging, das im Halbfinale die Spanier Lario/Mesa klar mit 2:0 Sätzen ausgeschaltet hatte.
Verlängerung
Auch im dritten Durchgang ging das sprichwörtliche Herzschlag-Finale in die Überzahl. Allerdings erst, nachdem die Österreicher beim Stand von 14:13 den Matchball zu ihren Gunsten über die Outlinie befördert hatten. Nicht nur der Ball, sondern vor allem die Nerven flatterten in Folge. Erst der fünfte Extrapunkt entschied zum 20:18 für die Niederländer, die ihren dritten Titelgewinn feiern durften. Die Österreicher traten als Vizeeuropameister die Nachfolge ihrer Landsleute Alexander Horst und Flo Gosch an, die auf Platz neun landeten.











