100 Mann ziehen die "Beach-Stadt“ hoch
Noch größer, noch ausgeflippter: In einer Woche startet das Beachvolleyball-Turnier in Klagenfurt – mit Seilbahn auf einen Strandbad-Steg!

Foto © kkDie meisten der Stahl- und Zeltbauer kommen aus Bayern und dem ehemaligen Osten
Er ist ein Mann der ersten Stunde. Nikki Eysselt (43) war schon vor zwölf Jahren dabei, als auf der "Hundewiese" nahe des Klagenfurter Strandbades zum ersten Mal der Centre-Court für den Beachvolley-Grand-Slam aufgebaut wurde. "Heute ist alles mindestens drei Mal so groß", erinnert sich der gebürtige Feldkirchner, der sich jedes Jahr auf sein achtwöchiges Gastspiel in Kärnten freut: "Brauch' ich im Sommer nicht in Wien zu sein."
Beim 13. Mal ist der Aufbau des Beachvolley-Parks Routine: "Zu Jahresbeginn haben wir die fertigen Pläne. Da ist jede einzelne Schraube eingezeichnet. Dann geht's darum, die zwei großen Gewerke, den Stahl- und den Zeltbauer, zu koordinieren." Die Stahlbauer kommen schon seit Jahren aus der Schweiz, die Zeltaufsteller heuer erstmals aus Deutschland.
Derzeit arbeiten 100 Mann auf der Baustelle, die meisten kommen aus den ehemaligen Ostblockländern und aus Oberbayern, das sind die Zeltspezialisten. Verpflegt werden sie am Gelände vom Caterer des nahe gelegenen Schlosses Loretto. Sie wohnen in Pensionen rund um den Wörthersee. Eysselt: "Wenn man wochenlang an einem Ort arbeiten muss, ist es wichtig, anständig zu wohnen."
Derzeit ist man voll im Zeitplan, hat sogar rund zwei Tage Spielraum, um rechtzeitig in einer Woche fertig zu sein, wenn das Turnier losgeht. Bis jetzt hat es der Wettergott gut gemeint mit der Truppe. Die herrschende Hitze ist angesichts des nahen Sees erträglich. Und außerdem weiß der routinierte Bauleiter: "Lieber heiß als nass." Ihm könnte nichts Schlimmeres passieren als heftige Regenfälle: "Wir sind natürlich auch dafür gerüstet mit Hackschnitzeln und Rindenmulch, aber gegen den tiefen Gatsch ist man fast machtlos." Da sei es schon viel angenehmer, wenn den ganzen Tag die Sonne auf das Gelände brennt. Getränke sind genug eingebunkert und in der Mittagspause winkt ein Sprung in den See.
Prunkstück des Beachvolley-Camps ist heuer der 36 Meter hohe Volksbank-Tower. Wagemutige können von einer Plattform aus per Seilbahn auf den mittleren Steg des Strandbades "segeln". Obwohl der Turm mit Transparenten bespannt ist, hält der auch heftigen Winden stand. Eysselt: "Wir haben natürlich genaue statische Berechnungen angestellt. Außerdem hat der Turm heuer schon beim Donauinsel-Fest seine Bewährungsprobe bestanden."
Wenn das Camp steht, ist die Arbeit für Nikki noch nicht zu Ende. Denn während des Turniers ist er der Sicherheitschef. Er ist stolz darauf, dass in den vergangenen zwölf Jahren trotz Zuschauermassen nichts Ernsthaftes passiert ist: "Randale werden schon im Keim erstickt. Und wenn wir bemerken, dass sich Exzesse anbahnen, wird sofort der Alkohol-Verkauf eingestellt."













