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    Zuletzt aktualisiert: 04.07.2009 um 06:13 UhrKommentare

    Beachvolleyball: Aufschlag in der Stadt der Schlaflosen

    In Stavanger ist Schlaf ein rares Gut. Richtig dunkel wird es nie. Das freut die Norweger und ärgert die Beachvolleyballer.

    Foto © GEPA

    Unter dem chinesischen Kaiser Quin Shihuang galt es als chic Schwerverbrecher per Schlafenzug hinrichten zu lassen: Der Mercedes unter den Foltermethoden funktionierte schnell, effektiv und ohne Spuren zu hinterlassen. In der DDR und beim russischen Geheimdienst KGB soll die Methode zu Verhörzwecken dankbar verfeinert worden sein.

    Belastung. Den wenigsten heimischen Akteuren bei der Beachvolleyball-Weltmeisterschaft im norwegischen Stavanger dürften auf den ersten Blick Parallelen zu chinesischen Straftätern einfallen. Betroffen sind sie trotzdem. Nicht die harten Spiele oder die ständige Belastung sind es, die ihnen die Kraft zur Konzentration nimmt, sondern ihr eigener Kopf, der ihnen im hohen Norden ein Schnippchen schlägt. Das allgegenwärtige Tageslicht raubt allen den sprichwörtlichen Schlaf.

    Chance. Dein Körper ist völlig ausgelaugt und du willst nur noch einschlafen. Aber draußen ist es taghell und dein Gehirn läuft sofort auf Hochtouren. Der Rhythmus ist weg", beschreibt Beachvolleyballerin Sara Montagnolli das Gefühl. "Wir haben versucht mit allen möglichen Sachen die Fenster zu verhängen - keine Chance."Erst um etwa 23 Uhr geht in der norwegischen Hafenstadt derzeit die Sonne unter, bereits vier Stunden später glüht der Himmel bereits wieder leuchtend rot. Schlafen kann dann kaum einer noch. "Du musst dich einfach dazu zwingen, konsequent spätestens um zehn oder halb elf im Bett zu sein, sonst kommt der Körper völlig außer Fahrt", beschreibt Florian Gosch die Tücken des Beachvolleyball-Gipfeltreffen. Schlafmittel? Keine gute Idee, wie die Sportler wissen. Die Medikamente würden langfristig und über den Verlauf einer langen Turnierwoche kaum Spitzenleistungen erlauben und den Biorhythmus wohl endgültig aus dem Gleichgewicht kippen.

    Lärmschutzverordnung. Was den Gästen Kopfzerbrechen bereit, wird von den Gastgebern zelebriert. Wenn die Sonne vor Mitternacht ihre letzten Strahlen über den Horizont schickt, füllen sich die kleinen Lokale der Stadt erst richtig. Wenn es eine Lärmschutzverordnung gibt, dann scheint sie außer Kraft gesetzt. Erst wenn die Sonne schon längst wieder am Himmel steht, treibt es die letzten Nachtschwärmer nach Hause. Den Damen und Herren in Sportbekleidung, denen sie am Weg nach Hause begegnen, ist die schlaflose Nacht noch ins Gesicht geschrieben.

    STEFAN JÄGER, STAVANGER

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