Dopingjäger lauern auch im Sand
Sie sind diskret, aber stets zur Stelle. Auch beim Grand Slam in Klagenfurt testen die Mitarbeiter der Anti-Doping-Agentur die Athleten. Bislang gab es glücklicherweise allerdings noch nie ein positives Ergebnis.

Foto © GEPADieFans wissen gar nicht, was hinter den Kulissen passiert
Die Gegensätze könnten nicht deutlicher sein: Draußen der heiße Sand, die Fans, die Party - unter den Tribünen Plastikboden, ein Eisengitter als Sichtschutz: Dopingkontrolle. Die Beachvolleyballer, die hier stehen, wurden Minuten zuvor von einem diskreten Vertreter der Anti-Dopingbehörde gleich nach dem Matchball angesprochen. Ab diesem Zeitpunkt und bis zur Abgabe der Probe wird der Sportler nicht mehr aus den Augen gelassen.
Eine Probe, bitte. Nach der Unterschrift auf einem Formular - der kurze Inhalt bestätigt die Einverständnis des Probanden zum Test, sowie die Anerkennung des Testergebnisses - geht es nach hinten zum Eisengitter, das den Vorgang allzu neugierige Blicke entzieht. Dahinter eine Plastiktoilette. Hier erfolgt der Test im Beisein eines Kontrolleurs - oder auch nicht. "Wir hatten schon alles. Bei manchen geht es schnell, die sind dann nach wenigen Minuten fertig. Andere brauchen drei Stunden, weil sie aufgeregt sind und eben nichts geht", sagt Sebastian Egger, "Assistant Competition Director" des Beachvolleyball Grand Slam, unter dessen Aufgabegebiete auch die Zusammenarbeit mit den Dopingjägern fällt.
Neutrale Zeugen. Für die Kontrollen werden Mitarbeiter der Firma "Acts" den betroffenen Athleten zugeteilt. Ihre Aufgabe: Den zur Kontrolle ausgewählten Beachvolleyballer keine Sekunde mehr aus den Augen zu lassen. So wie Andrea Rampitsch, 23, normalerweise dem Presseteam zugeteilt. Als am Donnerstag die beiden Olympia-Starterinnen Doris und Stefanie Schwaiger getestet wurden, wurde Rampitsch die zweifelhafte Ehre der "Aufpasserin" zuteil: "Ich bin noch am Platz zu den beiden gegangen, habe ihnen den Fragebogen in die Hand gedrückt und sie dann bis zu den Ärzten begleitet, die alle weiteren notwendigen Schritte veranlassen."
Weiße Weste. Eine Aufgabe, die allerdings auch positive Seiten hat: "Manche Spieler sind sogar erfreut, wenn sie kontrolliert werden. Für viele ist es das erste Mal und sie sind zwar aufgeregt, können gleichzeitig aber ihre weiße Weste beweisen", sagt Rampitsch. Wie und wann die Dopingjäger zuschlagen, erfährt sogar ein ausgewählter Kreis des Organisationsteams nur sehr kurzfristig. Selbst der Name des überprüfenden Arztes wird geheim gehalten.
Kein positiver Test. Insgesamt 24 Athleten wurden beispielsweise im Vorjahr beim Klagenfurter Grand Slam-Turnier getestet. Die gute Nachricht: Kein einziger Test war positiv. "Wie auch in den sechs Jahren, seitdem ich dabei bin", sagt Egger, "das liegt vielleicht auch daran, dass Beachvolleyball kein Ausdauersport ist und die Anwendungsgebiete für unerlaubte Hilfe dadurch eingeschränkt sind."
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