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Zuletzt aktualisiert: 26.07.2006 um 20:03 Uhr

Im Sprint war Eisel der Star unter der Stars

Der Steirer setzte sich vor 35.000 Zuschauern vor dem Deutschen Andreas Klöden und Georg Totschnig durch - für Totschnig könnte es das letzte Antreten beim Grazer Radspektakel gewesen sein.

Bernhard Eisel

Foto © ReutersBernhard Eisel

Als Single ist's nicht so einfach mit der Familienbeihilfe - und das gilt auch im Profi-Radsport. Da tritt einer vom Team La Francaise des Jeux (Bernhard Eisel) gegen viele von T-Mobile (Klöden, Kohl, Kessler, Korff) und Gerolsteiner (Totschnig, Wrolich, Leipheimer, Haselbacher) an, die beim 23. "Altstadt-Kriterium" nur eines im Sinn haben: Einzel-Fahrer ohne eigenes Team mit Attacken aufzureiben. Paco Wrolich formulierte es so: "Es ist ein Riesen-nachteil für den Bernd, eigentlich ist ein Sieg für ihn unmöglich. Da müsste er schon hoch pokern". Eisel sah das anders: "In Graz gibt's keine Berge und die hundert Meter die Sporgasse hinauf schaffe sogar ich als Sprinter".

Hautnah und live. Es war also angerichtet, die Tour-Stars hautnah und live auf der Startlinie am Freiheitsplatz. Remmidemmi pur, Gänsehautstimmung und ein goldiges Kerlchen im Fahrerpulk: Paolo Bettini, der Olympiasieger von Athen, der im letzten Moment für Damiano Cunego eingesprungen ist. Die sichtbaren Zeichen seines Olympia-Goldes: Gold-Helm, Gold-Sattel, Gold-Schuhe, goldenes Lenkerband und selbst der Tacho glänzte goldig...

Hohes Tempo. Von T-Mobile ist man ja gewöhnt, dass Magenta immer das Tempo hoch hält und so war's auch gestern. Eine 10-Mann-Gruppe setzte sich nach zehn Runden ab, doch das Feld reagierte. Bald waren nur noch vier Mann vorne und auch Peter Luttenberger ließ sich blicken. Aber was heißt blicken, der Sieger von 2001 startete 20 Runden vor Schluss sogar ein Solo. Doch bald war das Feld wieder geschlossen, bis sich die nächste Gruppe löste. Eine hochkarätige mit Wrolich, Totschnig und Klöden, mit Baldato, Haselbacher, Staatsmeister Kohl, Eisel sowie Gold-Helm Paolo Bettini, Einzelkämpfer vom Quick-Step-Team.

Weltklasse-Sprint. Ausreißversuch folgte auf Ausreißversuch, es war auf einmal ein brutales Ausscheidungsrennen und hinten quälten sich die Amateure. Nur die Creme de la Creme kam bei dem Tempo mit - bis drei Mann übrig blieben. Mit Klöden, Totschnig und Eisel drei Einzelkämpfer, weil sich die Teams selbst aufgerieben hatten. Und damit waren die Karten plötzlich ganz neu gemischt.

Solo für drei. Ein Solo für drei auf den letzten Runden und Eisel machte am Ende das, was ein Weltklasse-Sprinter am besten kann. Sprinten! Sein Poker ist aufgegangen, Eisel riss die rechte Faust in die Höhe und dann gab es den Pflasterstein als Zeichen des Triumphes. "Mein Name in dieser Siegerliste, das ist etwas für die Ewigkeit". Und vielleicht auch förderlich für künftige Vertragsverhandlungen (mit T-Mobile?). "Mein Team hat eine Option bis September. Jetzt müssen sie nur die Kohle zusammenbringen, die andere Teams offerieren..."

GÜNTER SAGMEISTER, GERALD POTOTSCHNIG

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Letztes Antreten?

"Schade, gerade hier in Graz hätte ich schon gerne einmal gewonnen", trauerte Totschnig seinem ersten Erfolg in der Landeshauptstadt etwas nach.

"Vielleicht muss ich hier noch einmal an den Start gehen", meinte der Tiroler, der die Zukunftsentscheidung noch nicht definitiv getroffen hat.

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