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    Zuletzt aktualisiert: 01.08.2007 um 00:09 Uhr

    Runder Tisch: Das Ende ist die Zukunft für den Radsport

    Über eine Stunde diskutierte eine hochkarätige Runde im Vorfeld des "Altstadt-Kriteriums" über die Zukunft des Radsports. Ihr Urteil: Es gibt eine - wenn künftig noch besser kontrolliert wird.

    Diskussionsrunde mit Gerald Pototschnig (Kleine Zeitung), Praesident Otto Flum (ÖRV) und Hans Huber (ORF)

    Foto © GEPADiskussionsrunde mit Gerald Pototschnig (Kleine Zeitung), Praesident Otto Flum (ÖRV) und Hans Huber (ORF)

    Die Tour de France spaltete in den vergangenen drei Wochen die Gemüter. Der Radsport ist tot, nicht mehr zu retten, sagten die einen. Der Radsport ist am Tiefpunkt, wird aber mit dem eingeschlagenen Weg des Anti-Doping-Kampfes stärker denn je zurückkommen, sagen die anderen. Die Wahrheit liegt im Moment in der Mitte - die Frage ist nur, welche Ausfahrt eine gesamte Sportart nimmt.

    Kritisch. Die Kleine Zeitung ließ vor dem "Altstadt-Kriterium" eine hochkarätige Runde diskutieren - Rad-Profis, Medien, Funktionäre und ein Mediziner an einem Tisch. Und alle waren sich praktisch einig: Der Radsport ist in der schlimmsten Talsohle seiner Geschichte, der Zustand mehr als kritisch. Für Besserung ist vor allem eines nötig: noch mehr und noch bessere Kontrollen, quer über alle Landesgrenzen hinweg.

    Systeme. "In Spanien lachen sie sich tot, weil sie das Wort Trainingskontrolle nicht einmal buchstabieren können. Auch ich wurde in Österreich heuer nicht ein einziges Mal kontrolliert. Warum aber muss ein Schweizer Profi alle zwei Wochen zur Kontrolle?", fragte der Tour-Teilnehmer Peter Wrolich und nannte damit ein Kind beim Namen. Denn die unterschiedlichen Systeme, gepaart mit der unterschiedlichen Einstellung mancher Staaten, die ihre "Helden" sogar politisch in Schutz nehmen, verhindern derzeit ein effektives System.

    Seriöses Auftreten. Alle drei österreichischen Profis sind bei deutschen Rennställen unterwegs, die sich strikt dem Anti-Dopingkampf verschrieben haben. Und sie glauben an diesen Weg. "Von unserem Team (Gerolsteiner, Anm.) wurden heuer keine Siege erwartet, sondern ein seriöses Auftreten. Und das haben wir erfüllt. Uns glaubt man, dass wir nicht nachhelfen", ergänzte Wrolich. Die Kontrollen, präzisierte Bernhard Eisel, müssten allerdings intelligenter werden. "Es kommt nicht darauf an, wie oft kontrolliert wird, sondern wann", meinte der Steirer. Denn, so fügte er als hypothetisches Beispiel an: Wenn er sofort nach der Tour 17 Mal, im Training davor aber nie kontrolliert und diese Zeit zum Doping nutzen würde, hätte sogar er Chancen auf den Gesamtsieg: "Und bei der Tour wäre ich wieder sauber."

    Am Limit. T-Mobile-Arzt Helge Riepenhof erklärte, dass die Tour an sich für die Sportler kein Problem darstelle: "Man muss nichts verkürzen, man kann auch so sauber unterwegs sein. Aber es ist klar, dass sich der Hochleistungssportler immer am Limit bewegt." Die Frage sei nur, wie schnell gefahren werde. Da hatte Tour-Debütant Bernhard Kohl einen interessanten Aspekt einzubringen: "Manchmal habe ich mir schon gedacht, dass das, was einige leisten, außerirdisch ist."


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