Neues Doping-Maßnahmenpaket beschlossen
Der Ministerrat verabschiedete neues Maßnahmenpaket. Unter anderem soll Blut- und Gendoping künftig strafrechtlich verfolgt werden können.
Der Ministerrat hat am Mittwoch den Fahrplan für ein neues umfassendes Maßnahmenpaket im Kampf gegen Doping beschlossen. Als wesentliche Punkte nannte Sportstaatssekretär Reinhold Lopatka (V), dass das Anti-Doping-Regulativ in zwei Schritten verbessert und den internationalen Vorgaben der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) angepasst werden soll.
Verschärfung. "Doping ist weltweit zur Geißel des Sports geworden, die sogar die Zukunft des Sports in seiner Gesamtheit gefährdet", betonte Lopatka. Noch vor dem Sommer beginnt die erste Phase der Verschärfung der Anti-Doping-Bestimmungen. "Blut- und Gendoping sollen strafrechtlich verfolgt werden, gleichzeitig wird auch der Besitz von Arzneimitteln und Instrumenten, die für Dopingzwecke im Sport verwendet werden können, strafrechtlich belangt", präzisierte der Sportstaatssekretär.
Zusammenarbeit. In einem zweiten Schritt werde dann ab Herbst die Einarbeitung der internationalen Vorgaben (Neuregelungen des WADA-Codes) und weitere Maßnahmen zur verstärkten Zusammenarbeit zwischen den betroffenen Behörden und Institutionen forciert, betonte der Lopatka. "Wir müssen künftig noch enger mit den Sportfachverbänden zusammenarbeiten, um einerseits die sportmedizinische Betreuung der Sportlerinnen und Sportler zu verbessern und andererseits aktiv Präventionsmaßnahmen setzen zu können", erklärte der 48-jährige Jurist.
Rechtshilfe. Bundeskanzler Alfred Gusenbauer hat sich nach dem Ministerrat dafür ausgesprochen, Sportlern entsprechende Rechtshilfemechanismen zu öffnen, wenn sie sich gegen ungerechtfertigte Dopinganschuldigungen vor Gericht wehren wollen. Der Sportminister sprach von einer höchst sensiblen Angelegenheit. Einerseits stehe man glasklar im Kampf gegen Doping, andererseits seien Sportler aber auch immer unbewiesenen Anschuldigungen ausgesetzt. Er habe das Gefühl, dass manche Listen auch Teil der psychologischen Kriegsführung vor internationalen Wettkämpfen seien, meinte Gusenbauer. Deshalb solle man den Sportlern auch eine bessere Möglichkeit geben, sich vor Verleumdungen zu schützen.













