Schnelle Kanalratten auf eiskalter Titeljagd
Bei "Red Bull Crashed Ice" jagen vier Verrückte gleichzeitig auf Eisschuhen einen 400 Meter langen Eiskanal hinab und tun so, als hätten sie Spaß dabei. Mitten drin der Kärntner Michael Krainer-Bidovec (41).

Foto © ReutersKärntner Michael Krainer-Bidovec (41)
Todsichere Zeichen für die todsichere Krise, die Männer zwischen 30 und 50 erleiden: Neue Lederjacke, neuer Sportwagen, Fallschirmspringen als Sonntagsunterhaltung.
Extremwettbewerb. Michael Krainer-Bidovec hat sich das Geld gespart. Schließlich kann man den Adrenalinstoß auch billiger haben. Der 41-jährige Kärntner hat kurzerhand den Extrembewerb "Red Bull Crashed Ice" zum Hobby erkoren. Sportinteressierte wissen: Wo der Markenname des Salzburger Getränkeherstellers draufsteht, steckt keine Kartenrunde dahinter, sondern meist ein Bewerb, der die Athleten bis an ihre Grenzen treibt. Beim "Crashed Ice" nimmt sich das folgendermaßen aus: Vier Starter in Eishockeyausrüstung (allerdings ohne Schläger) rasen auf Eisschuhen gleichzeitig einen rund 400 Meter langen Eiskanal hinunter und erreichen dabei Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 70 km/h. Damit es nicht zu einfach wird, sind noch Steilkurven und Sprünge eingebaut - man gönnt sich ja sonst nichts. Wer alle Ausscheidungsläufe überlebt und sich danach noch halbwegs aufrecht bewegen kann, darf sich über ein Preisgeld von rund 6000 Dollar (rund 4100 Euro) freuen.
Einziger Österreicher. Über 10.000 Zuschauer jubelten den Gladiatoren des Eiskanals am Samstag im Schweizer Davos zu. Als einziger Österreicher stand Krainer-Bidovec im Hauptbewerb. Mit seinen 41 Jahren gehört der ehemalige KAC-Spieler zu den alten Hasen - aber nicht zum alten Eisen: Bei knapp über 100 Kilogramm auf einer Körpergröße von 1,73 Meter muss sich auch die deutlich jüngere Konkurrenz anstrengen. Immerhin ein neunter Platz stand am Ende für Krainer-Bidovec in Davos zu Buche.
Fixer Bestandteil. Beim Bewerb in Klagenfurt 2002 ging Krainer-Bidovec erstmals an den Start, seitdem ist er fixer Bestandteil der Szene: "Man muss ein perfekter Eisläufer sein. Ob dir das hilft, ist allerdings eine andere Frage, denn bergab das Gleichgewicht zu halten ist etwas ganz anderes, als auf der Geraden", sagt Krainer-Bidovec.
Überwindung. Davon kann auch Bruno Kernen ein Lied singen. Der Schweizer Ex-Abfahrtsweltmeister ging in Davos ebenfalls an den Start - und wurde 59. "Man kann sich kaum vorstellen, welche Überwindung für diesen Bewerb notwendig ist. Hier waren nur die härtesten Jungs am Start", sagte Kernen nach dem Rennen. Zur Erinnerung: Der gute Mann pflegte als Rennfahrer die Kitzbühler Streif vorzugsweise mit Geschwindigkeiten um die 130 km/h zu befahren.Nach dem Abenteuer im Eiskanal wartet zu Hause wieder der bittere Ernst auf Krainer-Bidovec: Mit seiner Eishockey-Mannschaft, den Klagenfurter Tarco Wölfen, geht es am kommenden Samstag gegen Wien um den Aufstieg in das Oberliga-Finale.
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Vier Starter in Eishockeyausrüstung rasen auf Eisschuhen gleichzeitig einen rund 400 Meter langen Eiskanal hinunter und erreichen dabei Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 70 km/h.
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