Mit Nummer 47 "stahl" Maze Holaus den Sieg
Tina Maze gewann als erste Slowenin eine Damen-Abfahrt. Vor ihr triumphierte noch nie eine Frau mit einer so hohen Nummer. Maria Holaus wurde Zweite vor der ins Ziel stürzenden Lara Gut.

Foto © GEPAMaria Holaus hatte doch noch das Nachsehen
Verrückt, verrückter, St. Moritz. Anders kann man nicht beschreiben, was am Samstag auf der "Salastrains" passiert ist. Maria Holaus, mit Nummer acht ins Rennen gegangen, führte, überlebte alle Angriffe der Asse. Nach Nummer 30 begann die 24-Jährige mit den Siegerinterview, schalteten alle TV-Stationen ab.
Die erste Sensation.
Plötzlich ging ein Raunen durch die Menge. Die 16-jährige Lara Gut lag bei der letzten Zwischenzeit 0,64 Sekunden voran. Den Sieg vor Augen stürzte die Schweizerin, flog mit nur einem Schi an den Beinen ins Ziel. Ihr Rückstand: 0,01 Sekunden. "Ich hab´ das gar nicht mitbekommen, weil ich gerade ein Interview gab", berichtete Holaus und freute sich, endlich den ersten ÖSV-Abfahrtssieg in dieser Saison eingefahren zu haben.
Ein Rekord.
Doch alle machten die Rechnung ohne Tina Maze. Mit Nummer 47 raste die Slowenin zum Sieg. Noch nie gelang es einer Dame mit einer so hohen Nummer eine Abfahrt zu gewinnen. Bisher führte Hilde Gerg diese Liste an. Am 20. Jänner 1995 gewann die Deutsche mit Nummer 39 die Abfahrt in Cortina. "Im Ziel war ich gleich überrascht über meinen Triumph wie alle", kommentierte die 24-Jährige aus Crna in Kärnten den ersten slowenischen Damen-Abfahrtssieg. Ihr Cheftrainer, Klement Bergant, entschuldigte sich nach dem Rennen bei der ÖSV-Trainergarde: "Wir hatten Glück mit dem Wind und der Sicht. Bei einem normalen Rennen belegt Tina einen Platz unter den Top 15."
Andere Bedingungen.
Wie sehr sich die Bedingungen im Laufe des Bewerbs veränderten, verriet Renndirektor Jan Tischhauser: "Bis zur Nummer zehn hatten wir bei der letzten Zwischenzeit von Plus fünf Grad. Zwischen elf und 28 fiel das Thermometer auf minus sieben Grad." Das bestätigte auch ÖSV-Damenchef Herbert Mandl: "Durch die tieferen Temperaturen trocknete der Schnee aus, es wurde immer schneller, die Sicht besser. Dazu blies ab der Nummer 25 starker Rückenwind."
Für den Super G erwartet Tischhauser "ein faires Rennen mit gleichen Bedingungen für alle".







