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Zuletzt aktualisiert: 13.11.2007 um 11:20 Uhr

WADA-Cehf Pound ist mit neuem Doping-Codex "glücklich"

Für Doping-Ersttäter wird die Dauer der Sperre erhöht, das findet WADA-Chef Dick Pound gut.

Dick Pounds Amtszeit geht zu Ende

Foto © APDick Pounds Amtszeit geht zu Ende

WADA-Präsident Richard Pound ist überzeugt, dass der neue Welt-Anti-Doping-Code ein gutes Fundament für die Zukunft ist. "Ich bin glücklich damit", sagte der Kanadier, der seit 1999 an der Spitze der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) steht, in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur dpa. "Der neue WADA-Code ist besser als der von 2003. Wir haben gesehen, was funktioniert und was nicht." Der neue Kodex soll auf der Welt-Anti-Doping-Konferenz von Donnerstag bis Samstag in Madrid verabschiedet werden. Zugleich wird in der spanischen Hauptstadt ein Nachfolger für Pound gewählt. Einziger Kandidat ist der Australier John Fahey.

Sperre. Kernstücke des neuen Codex werden die Erhöhung der Sperre für Doping-Ersttäter bei ernsthaften Verstößen von zwei auf vier Jahre sowie mehr Flexibilität im Einzelfall sein. Künftig können auch besondere Umstände - zum Beispiel Nachweis einer unverschuldeten Einnahme verbotener Substanzen - berücksichtigt werden. Außerdem wird es eine Kronzeugenregelung geben. "Wenn man mit Behörden und Verbänden kooperiert, dann kann die Sperre um bis zu 75 Prozent erlassen werden. Wir wollen die Athleten damit ermuntern, es zu tun", so Pound.

Ein-Stunden-Regel. Verteidigt wird von Pound die umstrittene "Ein-Stunden-Regel", bei der Athleten gegenüber den Doping-Kontrolleuren ein Vorschlagsrecht bekommen und selbst festlegen dürfen, zu welcher Stunde am Tag sie getestet werden wollen: "Wir hätten auch zehn oder zwölf Stunden Verfügbarkeit festlegen können, nun muss ein Sportler während einer Stunde anzutreffen sein. Das ist besser als vorher."

Nachfolger. Die WADA-Exekutive wird unmittelbar nach Abschluss der Weltkonferenz am Samstag einen Nachfolger für Pound wählen. Nach dem überraschenden Rückzug des französischen Ex-Sportministers Jean-Francois Lamour ist der weithin unbekannte australische Ex-Finanzminister Fahey einziger Kandidat. "Ich weiß nicht, wie man ihn einschätzen soll, keiner kennt ihn genau", meinte Pound. Er selbst könnte sich eine Fortsetzung seiner Funktionärslaufbahn als Präsident des Internationalen Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne vorstellen.


Fakten

Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) wurde 1999 gegründet. Im WADA-Exekutivboard sitzen 38 Mitglieder, die je zur Hälfte Repräsentanten des Sports und der Regierungen sind. Das jährliche WADA-Budget beträgt rund 23 Millionen Dollar.

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