Knowle sieht Hörsturz als einen "Warnschuss"
Zwar hat sich Julian Knowles Zustand gebessert, doch Folgeschäden sind nicht auszuschließen.

Foto © GEPAJulian Knowle will die Australian Open bestreiten - aber nicht "um jeden Preis"
Rund eine Woche nach den ersten Anzeichen und fünf
Tage nach seiner Aufnahme in eine Wiener Privatklinik steht Julian Knowle eigentlich immer noch ein bisschen unter Schock. Bei dem 33-jährigen Vorarlberger war vergangenen Freitag ein Gehörsturz im linken Ohr konstatiert worden.
Turnierplan sekundär. "Es geht mir den Umständen entsprechend gut. Ich habe heute den ersten Hörtest seit Montag gemacht und der war etwas besser", meinte Julian Knowle Mittwochnachmittag im Gespräch mit der APA. "Endlich tut sich ein bisschen etwas, bis Dienstag hat es fast keine Besserung gegeben." Bei dem Doppel-Weltranglisten-7. ist nun die Sorge um eine baldige Genesung freilich vorrangig, der Turnierplan 2008, der vorläufig einmal um Doha reduziert wurde, ist jetzt sekundär. "Die Angst ist das große Problem, denn es ist ja nicht hundertprozentig, dass es wieder weg geht", gestand Knowle.
Behandlung.Behandelt wird Knowle derzeit mit einer Infusionstherapie, die
hauptsächlich durchblutungsfördernd ist. "Aber es ist nicht
wissenschaftlich erwiesen, dass es hilft", weiß Knowle. Zusätzlich wird er noch mit der aus der Osteopathie stammenden cranio-sakralen Behandlungsmethode im Bereich der Halswirbelsäule behandelt. Das Handy verwendet Knowle derzeit nur zum SMS-Versand, wegen der Frequenzen ist es ihm sonst untersagt. Bis zum Ende der Woche muss der Vorarlberger auf jeden Fall mit der Infusionstherapie weitermachen. Die Ursache liegt beim sensiblen ÖTV-Davis-Cup-Spieler wohl im mentalen Bereich.
Burn-out. "Ich muss ehrlich sagen, ich war unter dem Jahr vom Stress her schon einige Male über dem Limit. Im Sommer habe
ich ein leichtes Burn-out gehabt, auch wenn die Erfolge natürlich geholfen haben." Mental sei das Jahr das schwerste gewesen, weil man sich freilich auch selbst ordentlich unter Druck setze. Für die Zukunft betrachtet der US-Open-Doppel-Sieger dies als einen "Warnschuss". "Man muss auch Nein sagen können." Die Australian Open möchte er freilich unbedingt bestreiten, das Fliegen sollte bei Verschwinden der Symptome laut Ärzten kein Problem sein. Doch Knowle wird den Trip nicht um jeden Preis machen. "Wenn die Behandlung drei Wochen dauert, dann dauert es eben drei Wochen. Jetzt geht es um etwas anderes."












