Sieg für die Aussöhnung
Südafrika krönte sich in Paris zum Rugby-Weltmeister. Die "Springboks" leisteten damit einen weiteren Beitrag zur Aussöhnung im Land.

Foto © APNach 12 Jahren holte Südarfika wieder den WM-Titel
Die englischen Prinzen William und Harry lächelten nur säuerlich auf der Tribüne. Ihre Nationalelf hatte soeben das Rugby-WM-Finale gegen Südafrika mit 6:15 verloren, die "Springboks", wie das Team genannt wird, jubelten mit dem William-Webb-Ellis-Pokal und trugen ihren Staatspräsidenten Thabo Mbeki auf den Schultern vom Platz.
Fußball-WM.
Der Sieg Südafrikas war wenig spektakulär, die Folgen könnten es aber sehr wohl sein. Zum einen, weil Südafrika als Ausrichter der Fußball-WM 2010 daraus neuen Mut und Motivation zieht und dieses WM-Gold als Steilpass für das Fußballteam sieht. Und zum anderen, weil der Titel einen weiteren Beitrag zur Aussöhnung zwischen Schwarz und Weiß im Lande liefert.
Freudenfeiern.
In Südafrika schwappte die Stimmung über, in allen Landesteilen wurde mit Autokorsos, Feuerwerk und Hupen gefeiert. Und plötzlich waren auch die Diskussionen vergessen, die vor WM-Beginn das Land nahezu gespalten hatten: Nämlich, dass es nur zwei Schwarze im Nationalteam gegeben hatte. In Zukunft wird das unmöglich sein, da es eine eigene Quotenregelung geben wird, die eine Mindestanzahl an farbigen Spielern in der Landesauswahl garantiert.
Meilenstein.
Schon der erste WM-Titel der "Springboks" 1995 im eigenen Land, als Nelson Mandela den Pokal übergeben hatte, war ein Meilenstein in der Überwindung von Rassentrennung. Auch Titel Nummer zwei ist auf bestem Weg, es zu werden. Jetzt hofft Südafrika auf die Fußball-WM im eigenen Land - und auf die "Bafana, Bafana", das Nationalteam.
Features
Fotoserie
Finalspiele
1987 in Aukland: Neuseeland - Frankreich 29:9
1991 in London: Australien - England 12:6
1995 in Johannesburg: Südafrika - Neuseeland 15:12
1999 in Cardiff: Australien - Frankreich 15:12
2003 in Sydney: England - Australien 20:17
2007 in Paris: England - Südafrika 15:6
Foto

Lange Gesichter bei den VerlierernFoto © Reuters














