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    Judendorf-Straßengel will den Titel Suhonen: "Klassenerhalt ist nicht oberstes Ziel" Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Sport Nächster Artikel Judendorf-Straßengel will den Titel Suhonen: "Klassenerhalt ist nicht oberstes Ziel"
    Zuletzt aktualisiert: 30.09.2007 um 18:57 Uhr

    Bescheidenheit ist seine Zier

    Haile Gebrselassie lief in 2:04:26 Stunden neuen Marathon-Weltrekord.

    Ermlief zum neuen Weltrekord

    Foto © APAErmlief zum neuen Weltrekord

    Nicht für die Schule, sondern fürs Leben lernen wir. Das wusste nicht nur der römische Philosoph Seneca, das weiß auch der äthiopische Langstreckenläufer Haile Gebrselassie. Als Bub musste Haile täglich zehn Kilometer zur Schule und zehn Kilometer zurück nach Hause laufen. Den Kinderschuhen entwachsen, behielt er das Laufen bei und dominierte ausgerechnet über 10.000 Meter neun Jahre lang von 1993 bis 2002. In dieser Zeit wurde er zwei Mal Olympiasieger, viermal Weltmeister, blieb auf der Bahn sogar ungeschlagen. Insgesamt stellte er 25 Weltrekorde auf. Immer mit seinem charakteristischen Stil, den rechten Arm zur Brust abgewinkelt. Gewohnheitssache, denn so trug er früher die Bücher zur Schule.

    Seine Herkunft. Ein anderer Grund für seine Überlegenheit könnte auch die Herkunft sein. Die äthiopische Provinz Arssi ist nicht nur aus ökologischer Sicht fruchtbar, vor Gebrselassie war die Region schon ein guter Nährboden für die ebenfalls herausragenden Langstreckenläufer Derartu Tulu und Fatuma Roba.

    Doping-Frage. In Tagen wie diesen kann natürlich auch die Doping-Frage nicht ungestellt bleiben, schon gar nicht in einer Ausdauersportart. "Wir können für niemanden die Hand ins Feuer legen", erklärte Mark Milde, der Renndirektor der Berlin-Marathons. Auch die Tatsache, dass er seit 14 Jahren beständig Rekord um Rekord aufstellt, klärt die Frage nicht, ob er verbotene Antriebskräfte hat oder tatsächlich ein "Außerirdischer" ist. Seine Prämien bekommt er jedenfalls immer erst nach einer negativen Dopingkontrolle ausbezahlt.

    Bescheidenheit. Obwohl, fürs Geld laufe er schon lange nicht mehr, erklärte Gebrselassie, der heute in Addis Abeba ein schönes Zuhause hat, vor dem Rennen in Berlin mit seinem typischen Lächeln. Bescheidenheit ist wohl eine der Tugenden, die man als eines von zehn Geschwistern lernt, und diese Bescheidenheit hat sich der 1,64 Meter kleine Mann, den sie ob seiner Dominanz den "Imperator" nennen, allen Erfolgen zum Trotz bewahrt. "Eigentlich wollte ich 2:03 Stunden laufen. Dafür entschuldige ich mich", lächelte er, nachdem er unter dem Brandenburger Tor die Hände in die Höhe warf und die 42,195 Kilometer in der neuen Weltrekordzeit von 2:04:26 Stunden absolviert hatte.

    KLAUS MOLIDOR

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