Bettini: Die Abrechnung folgte nach dem zweiten WM-Titel
Paolo Bettini verteidigte in Stuttgart den Rad-WM-Titel von Salzburg. Und kündigte eine Reihe von Klagen an. Christian Pfannberger kam als einziger ÖRV-Fahrer ins Ziel (38.), Glomser und Kohl gaben auf.

Foto © APBettini holte seinen zweiten WM-Titel
Als der alte und neue Weltmeister Paolo Bettini mit einer Schuss-Geste über die Ziellinie raste, provozierte der Italiener die Gastgeber ein letztes Mal. Wohl selten zuvor hatte ein einzelner Athlet eine Rad-WM so geprägt wie der 33-Jährige - allerdings spielte Bettini dabei eine äußert zwielichtige Hauptrolle.
Doping-Verdacht
"Fantastischer Athlet". Doch UCI-Chef Pat McQuaid wollte von einem traurigen Höhepunkt nichts wissen. "Paolo Bettini kam, sah und siegte. Ein Fahrer, der unter diesem Druck und diesen Umständen gewinnt, ist ein fantastischer Athlet", sagte der Präsident des Weltverbandes zum Abschluss der skandalumwitterten Titelkämpfe.
Generalabrechung. Nach seinem wiederholten Triumph nutzte der aufgewühlte Bettini die Pressekonferenz zur Generalabrechnung mit seinen Kritikern. "Ich bin noch genauso wütend wie vor dem Rennen. Ich lasse mich und meine Karriere nicht kaputtmachen. Wenn jemand gegen mich Doping-Beweise hat, soll er sie auf den Tisch legen. Wenn nicht, werden die Beschuldigungen teuer", sagte der Olympiasieger von 2004, dessen Wutrede von den italienischen Journalisten bejubelt wurde. Zuvor hatte Bettini über seinen Anwalt eine Verleumdungsklage gegen die Stadt Stuttgart, das WM-Organisationskomitee und das ZDF angekündigt.
Rückendeckung. Der "Corriere dello Sport" brachte die Gefühlslage auf den Punkt: "König Bettini. Er gewinnt die Rad-WM der tausend Provokationen." Die "La Gazzetta dello Sport" schrieb: "Ein wütender Bettini ist Mister WM. Und die Deutschen werden sich mächtig ärgern." In Italien wird Bettini als Opfer einer deutschen Hexenjagd gesehen.
Di Luca. Es passte ins Bild, dass sich "die Grille" - so Bettinis Spitzname - ungeniert beim Doping-verdächtigen Giro-Sieger Danilo di Luca bedankte. "Er hat uns sehr den Rücken gestärkt", lobte er seinen Landsmann, gegen den das Nationale Olympischen Komitees Italiens (CONI) eine Sperre von vier Monaten beantragte. ProTour-Spitzenreiter di Luca blieb im Teamhotel in Stuttgart, obwohl ihn sein Verband von der WM zurückgezogen hatte.
Features
WM-Fahrplan
Mittwoch: Einzelzeit-
fahren U23 (9 Uhr), Frauen (13 Uhr)
Donnerstag: Einzelzeit-
fahren Elite (12.30)
Samstag: Straßenrennen Frauen (9.00), U23 (13.30)
Sonntag: Straßenrennen Elite (267,4 Km, 10.30)
Foto

Christian PfannbergerFoto © GEPA
WM-Aufgebot
U23: Stefan Denifl (Straßenrennen)
Frauen: Christiane Söder (Zeitfahren & Straße), Veronika Sprügl (Straße), Monika Schachl (Straße), Daniela Pintarelli (Straße), Andrea Graus (Straße)
Männer: Bernhard Kohl (Straße), Christian Pfannberger (Straße), Gerrit Glomser (Straße)













