Vom "Staatsfeind" zum russischen Nationalhelden
John Robert Holden ist gebürtiger Amerikaner und beschert Russland den Basketball-EM-Titel.

Foto © GEPA
Vor 20 Jahren wäre das undenkbar gewesen. Damals, mitten im Kalten Krieg, waren die USA der Staatsfeind Nummer 1 der Sowjetunion und umgekehrt. Doch dann begann 1990 der Ostblock zu zerfallen. Seitdem ist in Russland kein Stein auf dem anderen geblieben. Und so war es auch möglich, dass ein Amerikaner zum Helden einer ganzen Nation aufsteigen konnte.
Premiere.
Im Finale der Basketball-EM in Madrid versenkte Jon Robert Holden, eingebürgerter US-Boy, exakt 2,1 Sekunden vor Schluss den Ball zum 60:59 im Korb der Spanier und kürte seine neue Heimat erstmals zum Europameister.
Klassisch.
Holden wuchs in Pittsburgh auf und begann eine "klassische" Basketball-Karriere in High School- und College-Teams. Als 22-Jährigen verschlug es ihn 1998 nach Lettland zu ASK Riga. Es folgte eine regelrechte Europa-Tour durch Belgien und Griechenland, ehe er 2002 bei ZSKA Moskau sesshaft wurde. Im Sommer 2005 kam dann das Angebot des russischen Verbandes, das Holden nach reiflicher Überlegung annahm. "Ich stehe zu meiner Entscheidung", bereut der heute 31-Jährige nichts. "Doch ich fühle mich weiter als Amerikaner und werde weiterhin Amerikaner bleiben", erzählte "JR" nach der Einbürgerung einer deutschen Zeitung.
Nur Silber.
Den armen Spaniern blieb damit zum sechsten Mal nur Silber übrig. Dabei sahen sie fast die ganze Spielzeit über wie der sichere Sieger aus, führten von Beginn an, zwischenzeitlich sogar mit komfortablen zwölf Punkten. 77 Sekunden vor dem Ende lag der "russische Bär" noch fünf Punkte zurück. Zwei Freiwürfe von NBA-Star Andrej Kirilenko (Utah Jazz) und ein Korb von Nikita Morgunow ebneten dann den Weg für Holden und den "russischen Traum".













