Nächster Doping-Fall im Team T-Mobile- Bernucci positiv
Der Italiener wurde mit sofortiger Wirkung entlassen. Die Appetitzügler, die er nahm, sind erst seit vergangenem Jahr auf der verbotenen Liste.

Foto © GEPALorenzo Bernucci
Der deutsche Profi-Radrennstall T-Mobile
kommt nicht zur Ruhe. Das Team hat seinen nächsten Dopingfall. Der
Italiener Lorenzo Bernucci wurde nach der sechsten Etappe der
Deutschland-Tour in Kufstein (15. August) positiv auf das Anorektikum
Sibutramin getestet. Der Appetitzügler steht auf der Liste der
verbotenen Substanzen der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA). Bernucci
wurde von T-Mobile mit sofortiger Wirkung entlassen. Das gab das Team
am Dienstag auf seiner Website bekannt.
Spanien-Rundfahrt.
Bernucci musste damit auch die laufende Spanien-Rundfahrt Vuelta
vorzeitig beenden. Der Italiener war auf dem 21. Zwischenrang
gelegen. Laut eigenen Angaben habe der 27-Jährige das Medikament
"Ectiva" in einer Apotheke in Italien bezogen und wusste nicht
darüber Bescheid, dass dessen Wirkstoff im vergangenen Jahr von der
WADA auf die Verbots-Liste gesetzt wurde. Bernucci gab gegenüber dem
T-Mobile-Management an, den Appetitzügler bereits seit vier Jahren zu
verwenden.
Inakzeptabel.
"Wir wissen nicht, ob dies ein Versuch war, die Leistung zu
steigern oder ein fehlerhafte Einschätzung Bernuccis. Wir wissen
aber, dass es inakzeptabel ist, dass Fahrer Medikamente ohne
Erlaubnis des Teamarztes nehmen", erklärte Team-Manager Bob
Stapleton. "Das ist ein klarer Verstoß gegen unseren Verhaltenskodex
und auf dieser Basis handeln wir nun." T-Mobile war vom
Radsport-Weltverband (UCI) auf die positive Probe aufmerksam gemacht
worden.
Während der Tour de France hatte im Juli der Doping-Fall des
deutschen T-Mobile-Profis Patrik Sinkewitz für Aufsehen gesorgt. Der
26-Jährige, der inzwischen Testosteron-Doping eingestanden hat, hatte
den deutschen Radsport damals in eine existenzielle Krise gestürzt.
Dennoch hat T-Mobile, wo auch der Steirer Bernhard Eisel unter
Vertrag steht, sein Engagement im Profi-Radsport im Gegensatz zum
Konkurrenzteam Gerolsteiner bereits bis 2010 verlängert.













