Aktion scharf in Osaka
Österreich schickt nur drei Aktive zur LA-WM nach Osaka. Der Verband hat damit kein Problem. Auch nicht mit den 1000 Dopingtests, die in Japan warten.

Foto © GEPAElmar Lichtenegger verpasste ganz knapp
Knapp vorbei, ist leider auch daneben! Hürden-Sprinter Elmar Lichtenegger verpasste das WM-Limit um sechs Hundertstel, Diskuswerferin Veronika Watzek schrammte nur 23 Zentimeter an der WM-Norm vorbei. Und 100-m-Läuferin Bettina Müller-Weissina fehlten gestern in Bochum-Wattenscheid in 11,43 Sekunden gar nur drei Hundertstels für die Japan-Reise. So wird Österreich bei der LA-WM in Osaka (25. August bis 2. September) mit nur drei Aktiven vertreten sein - die 3000-m-Hindernisläufer Andrea Mayr und Günther Weidlinger, dazu kommt 400-m-Mann Clemens Zeller.
Der erste Blick.
"Das Aufgebot schaut auf den ersten Blick wirklich nicht beeindruckend aus. Wir haben - wie 2005 bei der WM in Helsinki - mit sechs ÖLV-Athleten gerechnet", so Hannes Gruber, Sportkoordinator des heimischen Leichtathletik-Verbandes. "Aber, einige Athleten haben das Limit wirklich nur ganz knapp verfehlt, dazu fallen uns drei Topleute - Martin Pröll, Roland Schwarzl, Lisi Maurer - verletzungsbedingt aus. In Blickrichtung Olympische Spiele 2008 in Peking stimmt das Potential. Daher können wir nicht wirklich unzufrieden sein", fährt Gruber fort.
Aktion scharf.
Die WM in Osaka garantiert schon jetzt einen "Rekord". Der Weltverband IAAF will mit der größten Anti-Doping-Offensive seiner Geschichte die Titelkämpfe sauber halten. In Osaka wird es über 1000 Dopingtests geben! Zuletzt in Helsinki waren es "nur" 885 Proben. "Diese WM soll der Höhepunkt unseres Kampfes gegen Doping sein", ließ IAAF-Präsident Lamine Diack wissen und fügte hinzu: "Wir werden niemanden sagen, welche Tests wir machen, noch wann es soweit ist. Wir werden alle bekannten Methoden nutzen, um Betrüger zu jagen." Zudem hat die IAAF heuer bereits 1000 unangemeldete Trainingskontrollen durchgeführt. Dabei ging den Dopingjägern unter anderem auch die ehemalige Graf-Gegnerin und 800-m-Hallenweltrekordhalterin Jolanda Ceplak (SLO) ins Netz.
"Keine Probleme".
ÖLV-Sportkoordinator Gruber begrüßt die "Aktion scharf". "Wir haben damit null Probleme. Ich hatte in Bezug auf Doping noch nie so ein beruhigendes Gefühl, wie jetzt." Der ÖLV blieb in den letzten Jahren von Doping-Tiefschlägen verschont. "Wir sind clean", freut sich Gruber. "Bei uns wächst eine Generation heran, die lernt, dass es auch ohne verbotene Mittel geht. Unser Nachwuchssportchef Christian Röhrling leistet unglaublich viel Aufklärungsarbeit. Das zeigt echt Wirkung."













