Straka & Weindorfer über ihre Erfolgsstory
Das steirische Sport-Vermarktungs-Duo Herwig Straka & Edwin Weindorfer plaudert über seine Erfolgsstory und die nächsten Ziele.

Foto © GEPAHerwig Straka, Edwin Weindorfer und Kleine Zeitung-Redakteur Alexander Tagger
Morgen startet in Stuttgart der Mercedes-Tennis-Cup - erstmals mit Ihnen als Veranstalter.
EDWIN WEINDORFER: Weil wir neben Österreich und dem Osten auch am süddeutschen Raum interessiert waren, haben wir lange dort Ausschau gehalten. Der Lizenzhalter war von der Qualität unserer Arbeit überzeugt und so haben wir uns gegen vier Mitbewerber durchgesetzt. Vor allem dank unserer Erfahrung am Tennis-Sektor sowie neuer Ideen wie Hospitality und Sky-Logen. Das Turnier ist von uns für sechs Jahre geleast und wir haben dort mit der "e/motion Germany GmbH" jetzt ein deutsches Standbein.
HERWIG STRAKA: Zudem wollten in München oder Stuttgart Fuß fassen, weil die Mentalität der österreichischen ähnlich ist.
Ist der Mercedes-Cup vom Umfang her Ihr größtes Projekt?
STRAKA: Nein, das bleiben die BA-CA-Golf-Open am GC Fontana mit fünf Millionen Euro Budget. Stuttgart hat ungefähr die Hälfte.
WEINDORFER: Hinsichtlich Stuttgart war für uns auch wichtig, dass wir nun mit Mercedes einen starken Partner gefunden haben, der einen Dreijahres-Vertrag als Hauptsponsor unterzeichnet hat. Außerdem haben wir in Stuttgart die beste TV-Lösung aller deutschen Turniere.
Die wie aussieht?
WEINDORFER: Wir haben keine Exklusivrechte vergeben. Die Live-Schiene macht DSF, NTV ist der Newspartner, dazu kommen das ZDF, Focus-TV sowie RTL und Premiere für die Gala. Wir haben das Thema in wirtschaftlich, gesellschaftlich und sportlich aufgeteilt. Darin liegen die Vorteile.
Was macht Ihren Erfolg aus?
STRAKA: Wir haben immer versucht, außergewöhnlich zu denken und außergewöhnliche Wege zu gehen. Dazu braucht es ein sehr gutes Team, damit man diese Ziele auch erreichen kann. Und natürlich spielt die Qualität der Arbeit eine große Rolle.
Haben Sie sich die Ziele vorher gesetzt, oder hat sich das erst im Laufe der Zeit entwickelt?
STRAKA: Die Eckpfeiler haben wir uns immer gesetzt. Das erste Turnier am Dach eines Einkaufszentrums war bewusst gewählt, damit wir die Nähe zur Wirtschaft finden. Das es dann so gewachsen ist, war das Resultat guter Arbeit. Im Golf war es dasselbe. Wir wollten immer ein European-Tour-Event haben und alle haben gesagt, es ist in Österreich unmöglich, im Golf ein Fünf-Millionen-Euro-Budget aufzustellen. Wir haben es dennoch geschafft. Dass dann Sportler wie Thomas Muster oder Thomas Vanek von uns vermarktet werden wollten, sind Dinge, die teilweise passieren. Strategie ist es aber auch, dass wir uns jetzt wieder voll auf den Sport konzentrieren.
WEINDORFER: Unser neuer Slogan lautet "sports, athlets, events." Und wir haben unsere Arbeit in vier Teile aufgeteilt. In Events wie die BA-CA-Golf-Open, den Mercedes Cup oder die Spanische Hofreitschule. Die zweite Schiene sind die Athleten, wo wir in Stars wie Muster, Vanek, Ljubicic, Graf, Jukic und Schopp und Juniors wie unser Golf-Team unterteilen. Der dritte Bereich ist das Consulting, wo wir für Banken, die ATP-Tour oder auch den America's Cup die Hospitality organisieren. Und die vierte Schiene sind die Cooperate Events, wo wir zum Beispiel 50 Firmen-Golf-Turniere veranstalten.
Da braucht es einen großen Mitarbeiterstab.
STRAKA: Wir haben mit Graz-Seiersberg, Wien, Stuttgart und New York vier Büros mit insgesamt 25 Angestellten. Bei einem Groß-Event wird natürlich aufgestockt. Was Sport-Management betrifft, sind wir 2006 mit neun Millionen Euro Umsatz in Österreich das größte Büro. Und 2007 werden es weit über zehn Millionen sein.
WEINDORFER: Wenn uns 1995 jemand gesagt hätte, wir werden 150 Millionen Schilling Umsatz machen, hätten wir ihn für verrückt erklärt. Unser erster Sponsorvertrag war über 20.000 Schilling und darüber haben wir uns gefreut wie kleine Kinder.
Auf welches Projekt sind Sie am meisten stolz?
STRAKA: Für mich die Spanische Hofreitschule. Weil ich in diesem Metier keine Ahnung hatte und das Projekt dennoch ein voller Erfolg war.
WEINDORFER: Für mich waren es gleich zwei. Das Turnier am
Dach, weil keiner daran geglaubt hat. Da hat die Euphorie das kleine Denken besiegt. Und die Golf-Open, weil wie schon gesagt auch dort alle gezweifelt haben.
Haben Sie sich Grenzen gesetzt?
STRAKA: Natürlich. Beim Vermitteln von Sponsoren etwa. Oder auch bei den Athleten, wo wir nur auf international erfolgreiche Sportler in unseren Sportarten setzen. Ansonsten würden wir uns zu sehr verzetteln. Beim Wachstum haben wir uns hingegen keine Grenzen gesetzt. Wenn etwa die Vermarktung des Ryder-Cups zum Thema werden würde, wären wir sicher dabei. So gesehen trauen wir uns alles zu.
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Features
Herwig Straka
Geboren: 30. März 1966 in Graz
Wohnorte: Graz, New York
Familienstand: verheiratet mit Hermine (drei Kinder)
Edwin Weindorfer
Geboren: 2. November 1964 in Graz
Wohnorte: Atlanta, Graz, Salzburg
Familienstand: geschieden (zwei Kinder)













