Gegen Nadal geht es um viel Benzingeld
Werner Eschauer hat eine recht eigenwillige Tennis-Karriere hinter sich. Am Donnerstag kämpft der 33-jährige Niederösterreicher gegen Superstar Rafael Nadal um den Einzug in die dritte Runde von Wimbledon.

Foto © APAWerner Eschauer
Es wird ein ungleiches Duell. Auf der einen Seite der Tennis-Superstar Rafael Nadal, der mehrmals im Jahr von seinem Ausrüster eine neue, auf ihn zugeschneiderte Kollektion erhält, in der er auftritt wie ein Popstar.
Rasenschuhe ausgeborgt.
Auf der anderen Seite ein 33-jähriger Niederösterreicher, der sich die alten, ausgelatschten Rasenschuhe des Deutschen Profis Florian Mayer geborgt hat. "Weil ich nicht weiß, wo man Rasenschuhe kauft", gibt Eschauer zu. Die Leiberln lässt er sich, weil er weder Ausrüster noch Sponsor hat, von Stefan Koubek oder Andrej Pavel schenken. "Die haben genug davon." Werner Eschauer sagt von sich, dass er ein Schnorrer ist. Aber dazu hat ihn auch das Leben gemacht.
Tennis-Karriere.
Der Niederösterreicher hat nicht gerade eine klassische Tennis-Karriere hinter sich. Mit 29 Jahren, im Juni 2003, schaffte er es erstmals unter die ersten 100, aber nur für wenige Wochen. 2005 ereilten ihn private Schicksalsschläge (zwei Familienmitglieder starben). Viele hätten da aufgehört. Doch Werner Eschauer ist ein Kämpfer. "Damals habe ich beschlossen, es noch einmal richtig zu probieren. Andere hauen eben früher den Hut drauf", sagt der Rechtshänder, der in seiner Jugend auch ein passabler Schifahrer war.
Autofahrer.
In Wimbledon "logiert" Eschauer wie immer in einem kleinen Hotel, nicht in dem teuren Spielerhotel oder gar einem angemieteten Appartement, so wie die großen Stars. Normalerweise reist er mit dem Auto zu Turnieren, rund 50.000 Kilometer schafft er im Jahr. Nur nach Wimbledon ist er ausnahmsweise geflogen. "Ich muss gut wirtschaften, mich finanzieren wie einen Betrieb", sagt Eschauer. Er hat 24.000 Euro verdient (vor Steuern). "Das Benzin ist für diese Saison gesichert!"
Vorbereitung auf Sand.
Den Weg auf Rang 72 der Welt hat er fast ausschließlich über Challengers erreicht. Die zweite Turnierkategorie ist Eschauers Welt. Zehn solcher Turniere hat er schon gewonnen, allein vier heuer. Auch zwischen Paris und Wimbledon hat er zwei Challenger gespielt (und einen gewonnen). Auf Sand wohlgemerkt. "Rasen ist normal zum Fußball spielen", schmunzelt er. Und nach dem Erstrundesieg über den Spanier Hidalgo geht es heute gegen Nadal. "Ich glaube nicht, dass er mich kennt", kokettiert der Außenseiter. "Aber ich kenne ihn gut. Aus dem Fernsehen. Ich freue mich schon." Wie lange er noch spielt, lässt er offen. "Ich habe erst mit 24 professionell begonnen, bin noch nicht so ausgelaugt."













