Kollegen-Geständnisse könnten Ullrich entlasten
Doping-Bekenntnis von Zabel und Co. könnte im Täuschungs-Delikt entlastend sein. Ullrich dementiert eine mögliche Stellungnahme.

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Die Geständnis-Welle seiner ehemaligen
Teamkollegen könnte dem unter Betrugsverdacht stehenden deutschen
Radsport-Star Jan Ullrich entgegenkommen. "Wir haben eine neue
Entwicklung, die in die Ermittlungen einfließen muss", sagte der
Sprecher der Bonner Staatsanwaltschaft, Jörg Schindler, am Freitag
dem deutschen Nachrichtensender "N24". Sollte sich herausstellen,
dass weitere Fahrer und vielleicht auch Ullrich gedopt hätten, könnte
dies in der Frage der Täuschung seines Ex-Arbeitgebers für Ullrich
auch entlastend sein, erklärte Schindler.
Ullrich schweigt weiter.
Das Rätseln um eine mögliche Stellungnahme von
Jan Ullrich war rasch wieder beendet, der untergetauchte Ex-Rad-Star
will sein Schweigen doch nicht brechen. "Es gibt für Jan keinen
Grund, sich öffentlich zu äußern", teilte Ullrichs Manager Wolfgang
Strohband am Freitagabend auf der Internetseite des unter Betrugs-
und Dopingverdacht stehenden einstigen Rad-Idols mit. Meldungen,
wonach Ullrich zu den aktuellen Ereignissen Stellung beziehen werde,
seien falsch.
Widerspruch eingelegt.
Jan Ullrich hat untersessen über seine Anwälte
erneut Widerspruch gegen die Überstellung von Beweismitteln an die
deutsche Justiz eingelegt. "Der Einspruch ist jetzt bei uns
eingegangen", sagte die Bonner Staatsanwältin Monika Ziegenberg der
"Süddeutschen Zeitung" (Samstag-Ausgabe). Nachdem ein Schweizer
Gericht dem Rechtshilfeersuchen der ermittelnden Bonner
Staatsanwaltschaft stattgegeben hatte, nutzten die Ullrich-Anwälte
die Berufungs-Frist bis spätestens diesen Samstag.
Hintergrund.
Die Beweismittel waren bei einer Razzia auf Ullrichs Anwesen im
schweizerischen Scherzingen sichergestellt worden. Die
Staatsanwaltschaft in Bonn ermittelt gegen den Gewinner der Tour de
France von 1997 wegen des Verdachts des Betrugs. Zur Möglichkeit,
dass sich die jüngsten Doping-Geständnisse einer Reihe seiner
ehemaligen Kollegen des damaligen Team Telekom positiv auf Ullrich
auswirken könnten, weil von einer Täuschung nicht die Rede sein
könne, sagte Ziegenberg: "Nur der Umstand, dass es alle gemacht
haben, schließt eine Täuschung nicht aus."














