Walter Mayer geht in die nächste Runde
Ring frei: Weil die Welt-Anti-Doping-Agentur eine Kehrtwende vollzog, will Walter Mayer erneut Klage einreichen."Mir wurde die Existenz zerstört."

Foto © APAWalter Mayer
Schon im Februar - die Kleine Zeitung berichtete - war Walter Mayer gespannt. Deutschland drohte ein Doping-Skandal. Weil im Olympiastützpunkt Erfurt ein Arzt - lediglich "zur Behandlung von Infekten", wie er betonte - Blut mit UV-Strahlen behandelt hatte. Über Jahre. Eine Methode, die auch Walter Mayer 2002 in Salt Lake City zugegeben hatte. Es war der Anfang vom Ende des ehemaligen Erfolgstrainers und der Grund, warum sowohl das Internationale Olympische Komitee (IOC) als auch der Internationale Skiverband (FIS) Sperren gegen den nun in der Steiermark lebenden Salzburger ausgesprochen hatten. Mayer war gespannt auf das Ergebnis der Untersuchungen, den in Deutschland berief man sich unter anderem darauf, dass diese Behandlungsmethode erst 2011 definitiv in den Anti-Doping-Richtlinien als verboten ausgewiesen wurde. Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) sprach lediglich von einer "Präzisierung", die Methode sei schon zuvor verboten gewesen.
Kehrtwende
Doch plötzlich ist alles anders. Die WADA machte eine Kehrtwende und teilte am Freitag mit, dass "die UV-Bestrahlung von Blut erst seit 1. Jänner 2011 verboten ist". Mit dem angenehmen Nebeneffekt, dass Deutschland ein Doping-Skandal erspart bleibt. Und dass auch der Vorsitzende des Deutschen Sportbundes, Thomas Bach, damit ungeschoren bleibt. Ihm, vor zehn Jahren einer der Hauptankläger Mayers, werden Ambitionen auf das Amt des IOC-Präsidenten nachgesagt. Da wäre ein Doping-Skandal natürlich schädlich gewesen. Und die Kehrtwende der WADA ist da hilfreich. Mayer ist natürlich entrüstet: "Mir wurde die Existenz zerstört - und jetzt stellt sich heraus, dass das alles nicht strafbar war? Wenn ich das Geld hätte, würde ich IOC und FIS neuerlich verklagen." Nicht zu Unrecht, wenn man sich die neue Argumentation der WADA anhört.
Doch Mayer fehlt nach seinen zahlreichen Prozessen noch das nötige Geld. Auf Gerechtigkeit hofft er trotzdem, auch wenn er weiß: "In der internationalen Sportgerichtsbarkeit wird international offenbar alles genau abgesprochen. Den Großen passiert nichts, Leute wie ich sind dran."














