Ein Sieger, viele Helden
Fabio Santus (Italien) siegt beim 38. Dolomitenlauf in Obertilliach ein Zehntel vor dem Weißrussen Alexej Iwanu. 2500 Teilnehmer waren heuer dabei. Gewinner waren dennoch alle.

Foto © GEPAFabio Santus gewann zum dritten Mal
Volksläufe sind, laut offizieller Definition, Breitensportveranstaltungen, bei denen, abseits von Metern und Sekunden, das gemeinschaftliche Erlebnis im Vordergrund steht. Diesem Credo unterwarf sich bei der 38. Auflage des Dolomitenlaufs nicht jeder in gleichem Maße.
Rund 1000 gestählte Körper tummeln sich früh morgens dicht gedrängt im Start- und Zielgelände des Biathlonzentrums Obertilliach. Es wird aufgewärmt, eingelaufen, bis zur letzten Sekunde an der optimalen Position gefeilt. Und auch in der Materialfrage wird schon lange nichts mehr dem Zufall überlassen. Selbst etliche Hobbyläufer haben heutzutage nichts mehr zu verschenken. Trotz allgemeinen Bestrebens trennt sich dennoch kurz nach dem Kanonenstart die Spreu vom Weizen. Bis zur Hälfte des 42-Kilometer-Bewerbs im freien Stil setzt sich eine 20-köpfige Spitzengruppe ab und schlängelt sich in D-Zug-Manier durch die malerische Landschaft.
Jeder Stockabdruck sitzt, der Rhythmus scheint automatisiert die Handvoll Labestationen werden tunlichst der gemütlicheren Sorte Langläufer überlassen - dafür bleibt keine Zeit. Wer bremst verliert, scheint gewissermaßen das Motto des Tages zu sein. Ungebremst zum Sieg, und das zum dritten Mal en suite, sprintet am Sonntag Fabio Santus. Lediglich wenige Millimeter entscheiden im Fotofinish zugunsten des 35-jährigen Italieners.
Der Bulgare Alexej Iwanu hat mit Platz zwei das bittere Nachsehen. "Es war der knappste und schönste meiner drei Siege, denn die Besetzung war heuer extrem stark. Jetzt hoffe ich, dass ich im nächsten Jahr Botwinows vier Siege einstellen kann", jubelte er im Ziel. Den Kleine Zeitung-Lauf über 25 Kilometer sicherte sich der Deutsche Toni Escher.
Noch während sich die Rasantesten nach getaner "Arbeit" würdigen lassen, wird der Dolomitenlauf doch noch seiner ursprünglichen Vorsehung gerecht. Auf jedem Streckenkilometer rackern sich Mann wie Frau gleichermaßen immer noch ab. Und selbst wenn es am Ende nicht fürs Podium reicht, ist der Dolomitenlauf doch auch die große Bühne der breiten Masse.
Features
Ergebnisse
38. Dolomitenlauf (42 km): 1. Fabio Santus (ITA) 1:43:10,8, 2. Alexej Iwanu (BLR) 1:43,10,9, 3 Tim Tscharnke (GER) 1:43:10,77, 4. Martin Koukal (CZE) 1:43:12,6, 5. Martin Bajcicak (SLK) 1:43:13,24 . . . 10. Michael Eberharter (AUT) 1:43:17,28, 13. Johannes Dürr (AUT) 1:42:22,56, 25. Markus Keplinger (AUT) 1:46:05,53, 26. Aurelius Herburger (AUT) 1:46,49,71, 27. Thomas Grader (AUT) 1:46:52,50. - Damen: 1. Valentina Schewtschenko (UKR) 1:50:27,8, 2. Seraina Boner (SUI) 1:51:41,4, 3. Selina Gasparin (SUI) 1:52:53,18 . . . 34. Bärbl Ebner (AUT) 3:00:10,72, 35. Sabine Moritz (AUT) 3:00:30,64
Kleine-Zeitung-Lauf (25 km): 1. Toni Escher (GER) 57:26,68, 2. Pavel Ondrasek (CZE) 58:02,46, 3. Michal Kautz (CZE) 58:18,764. Norbert Ganner (AUT) 59:02,74 . . . Matthias Kuhn (AUT) 1:00:54,22, 10. Manfred Ebner (AUT) 1:01:24,81. - Damen: 1. Adela Boudikova (CZE) 1:06:44,48, 2. Elena Markovkina (RUS) 1:16:25,65, 3. Cecilia Ladstätter (AUT) 1:18:16,66


















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