Multitalent mit langem Atem
Nimmermüde und ideenreich. Der Lienzer Franz Theurl (56) ist der Mann hinter dem Dolomitenlauf. Im Kleine Zeitung-Interview steht er Rede und Antwort.

Foto © JannachFranz Theurl
Herr Theurl, Sie sind Osttirols Tourismuschef, Bank-Boss und Sporteventer. Dazu verheiratet und dreifacher Vater. Bleibt da noch Zeit zum Verschnaufen?
FRANZ THEURL: Ehrlich gesagt, kaum. Ich arbeite rund 20 Stunden täglich. Die Vorbereitung für den Dolomitenlauf ist zwar schon Routine, aber ohne ein super Team im Hintergrund wäre es vom Zeitmanagement nie machbar. Hinzu kommt, dass momentan auch im Bankwesen bewegte Zeiten herrschen.
Wie hält man das aus?
THEURL: Es geht an die absolute Schmerzgrenze. Aber ich komm ja vom Sport und da beißt man, bevor man das Handtuch wirft, noch einmal durch. Und wenn du beispielsweise nach dem Dolomitenlauf in zufriedene Gesichter schaust, weil was weitergegangen ist, gibt das Kraft.
Aber Sie stoßen, trotz Ihrer Bemühungen, nicht überall auf Gegenliebe.
THEURL: In meiner Funktion als Tourismusobmann stimmt das. Da ging es in letzter Zeit um größere Strukturveränderungen. Wenn man sich in der Schere von Wirtschaft und persönlichen Begehrlichkeiten bewegt, muss man das allerdings aushalten.
Sie behaupten gerne, keine halben Sachen machen zu wollen. Geht das überhaupt, wenn man auf so vielen Hochzeiten gleichzeitig tanzt?
THEURL: Ich versuche es. Für mich gibt es eigentlich keine Kompromisse, entweder ganz oder gar nicht.
Angenommen Sie müssten sich für ein Betätigungsfeld entscheiden, welches wäre das?
THEURL: Die Frage ist gut. Aber am ehesten würde ich mich entscheiden, Pensionist zu werden.
Als großer Radsportfreund holen sie seit Jahren den Giro d'Italia nach Osttirol. Wie haben Sie die Ambition von Bad Kleinkirchheim, Giro-Etappenort zu werden, aufgenommen?
THEURL: Sehr positiv und wohlwollend. Osttirol ist eng mit Bad Kleinkirchheim verbunden, wir pflegen eine freundschaftliche Beziehung.
Keine Angst, dass Osttirol durch den Rost fällt?
THEURL: Nein, überhaupt nicht, im Gegenteil. Durch die topografische Lage der beiden Orte ist sogar eine Bündelung sinnvoll und neue Synergien durchaus möglich.
In der Vergangenheit haben Sie vieles initiiert. Gibt es trotzdem noch Zukunftsvisionen?
THEURL: Ich habe mit Francesco Moser (italienische Radsportlegende, Anm.) ein Projekt am Laufen, den Euro-Giro Tirol. Eine Radrundfahrt, die die gesamte europäische Region mit einschließen und neue Dimensionen erschließen soll. Das würde mir Freude und Spaß bereiten. Und wenn es das Letzte ist, was ich tue . . .
Features
Fotoserie
Zur Person
Franz Theurl
Geboren: 12. Mai 1955.
Familienstand: Verheiratet, drei Kinder.
Tätigkeiten: Organisator des Dolomitenlaufs, der Dolomitenradrundfahrt. TVB-Obmann, Bank-Chef in Lienz.
Fahrplan
Samstag: 10 Uhr Dolomiten-Classic-Race in Obertilliach (42 oder 25 Kilometer), 10 Uhr Bambini-Marathon in Obertilliach
Sonntag: 10 Uhr 38. Dolomitenlauf (42 km) in Obertilliach und 35. "Kleine Zeitung"-Lauf (25 km)
37. Dolomitenlauf (23. Jänner 2011): 1. Fabio Santus (ITA) 1:34:21,27, 2. Simone Paredi (ITA) 1:34:23,76, 3. Teemu Kattilakoski (FIN) 1:34,23,82 . . . 6. Lukas Weitgasser (AUT) 1:34:26,57, 10. Michael Eberharter (AUT) 1:34:28,57.


















-Anzeigen