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Zuletzt aktualisiert: 28.09.2010 um 16:19 UhrKommentare

LH Burgstaller vor dem Untersuchungsausschuss

Burgstaller gehe davon aus, dass bei der Bewerbung Salzburgs zumindest die öffentlichen Gelder zweckmäßig eingesetzt wurden. Ob dies auch für die Mittel der Sponsoren gelte, "prüfen derzeit die Gerichte".

Gabi Burgstaller

Foto © APAGabi Burgstaller

Dreieinhalb Stunden ist Salzburgs Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (S) am Dienstagvormittag dem Olympia-Untersuchungsausschuss des Landtages Rede und Antwort gestanden. Sie gehe heute davon aus, dass die Bewerbung Salzburgs um die Winterspiele 2014 dem Land eher geschadet als genutzt habe. "In meiner politischen Laufbahn werde ich eine Bewerbung unter den derzeitigen Prämissen beim IOC (Internationales Olympisches Komitee, Anm.) nicht mehr unterstützen", sagte sie. Sie gehe davon aus, dass bei der Bewerbung Salzburgs zumindest die öffentlichen Gelder zweckmäßig eingesetzt wurden. Ob dies auch für die Mittel der Sponsoren gelte, "prüfen derzeit die Gerichte". Mit der Trennung zwischen öffentlichen und privaten Geldern in zwei Rechnungskreisen habe man Transparenz schaffen wollen.

Thema war natürlich auch der Förderverein. Wie die Beiträge der Sponsoren zwischen diesem und der Bewerbungsgesellschaft aufgeteilt wurden, sei im Aufsichtsrat kein Thema gewesen. Tendenziell hätten die Gelder der Wiener Sponsoren eher beim Verein und die der Salzburger bei der GmbH landen sollen. Burgstaller sagte, sie habe auch vermutet, dass die großen Beträge eher an die der Gesellschaft geflossen seien. Vielmehr habe man gesprochen, wie und welche zusätzliche Sponsoren gewonnen werden könnten, aber nicht, wohin das Geld fließe. "Ich war schon genervt, dass wir ständig auf Sponsorensuche waren, und dann war wieder kein Geld da". Grundsätzlich sei aber ein Förderverein etwas vollkommen normales, etwa bei den Festspielen. Daher habe man sich auch nicht um die finanzielle Lage des Vereines gekümmert. "Hätten wir da schon alles gewusst, was wir heute wissen, hätten wir uns sicher eingemischt."

Vom sogenannten Darlehen über 300.000 Euro, das die GmbH dem Verein gewährt haben soll, habe sie "zu spät" erfahren. "Wir waren sauer, weil es nicht vom Aufsichtsrat genehmigt war." Wäre das am Anfang der Bewerbung gewesen, hätte es sicher Wirbel gegeben, es sei aber erst nach der Vergabe der Spiele bekanntgeworden. Man habe auch überlegt, das ausstehende Geld einzuklagen, sie und auch Bürgermeister Heinz Schaden als Aufsichtsrats-Vorsitzender hätten dann aber nochmals mit dem Verein bzw. dem damaligen ÖOC-Präsidenten Wallner Kontakt aufgenommen. Die Rolle des Beraters Erwin Roth, der sich selbst als der Stratege der Kandidatur bezeichnete, war nach Burgstallers Wahrnehmung "unter ferner liefen". Bewusst habe sie ihn erst bei einer Präsentation in Peking kennengelernt. "Im Vergleich zu den internationalen Beratern erschien er mir nicht so bedeutend."


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