Noch sind in der Formel 1 viele Cockpits leer
Nach einem skurrilen Gehaltspoker wird Weltmeister Jenson Button (29) weiter für BrawnGP fahren. Von derzeit 26 Cockpits sind für nächstes Jahr mehr als die Hälfte noch nicht vergeben.

Foto © GEPAJenson Button
Als Ross Brawn das letzte Mal als Weltmeister zurück nach England gekommen ist, war er Chef-Stratege bei Benetton und wurde vor der damaligen Fabrik in Enstone von Menschenmassen empfangen. Es war aber kein freundlicher Empfang. Die Fans von Damon Hill protestierten wütend dagegen, wie der Engländer im letzten Grand Prix 1994 von Michael Schumacher aus dem Rennen gerammt wurde.
Diesesmal dürfte sich Ross Brawn wohler gefühlt haben. Ganz Brackley war auf den Beinen und die Schulen hatten frei. Ross Brawn und sein Formel-1-Team zogen durch die Straßen der britischen Kleinstadt. "Einer der besten Tagen meines Lebens", gestand Brawn bewegt. Und er war immerhin mit "Schumi" nicht weniger als sieben Mal Weltmeister.
Gehaltspoker
Ross Brawn sagte den Fans auch, was sie hören wollten. Dass Jenson Button "zu 99 Prozent weiter für Brawn fahren werde". Inoffiziell sogar zu 100 Prozent. Denn der Vertrag soll bereits verlängert sein. Nach einem allerdings höchst skurrilen Poker.
Als Ross Brawn nach dem Honda-Ausstieg kurz vor Saisonbeginn den Rennstall gekauft hat, an allen Ecken und Enden sparen und über 300 Angestellte kündigen musste, wäre auch Jenson Button ums Haar auf der Straße gestanden - wäre er nicht bereit gewesen, auf die Hälfte seiner ursprünglich vereinbarten Gage von sechs Millionen Euro zu verzichten. Button blieb letztlich nichts anderes übrig, als für drei Millionen zu fahren. Er gewann sechs Grand Prix, wurde Weltmeister. Und der Poker begann von Neuem. Button wollte zehn Millionen Euro, um 2010 weiter für BrawnGP zu fahren. Das war Brawn wieder zu viel. Für kolportierte acht Millionen Euro sollen sich die beiden aber doch geeinigt haben.
Österreicher
In der Formel 1 stehen derart viele Autos leer herum, wie schon ewig nicht mehr. Geht man davon aus, dass nach dem letztwöchigen Ausstieg von Toyota das BMW-Nachfolgeteam Qadbak (das arabische Finanzkonsortium kauft den Rennstall) eine Lizenz bekommt, sollten nächstes Jahr 13 Teams am Start stehen. Von den 26 Cockpits sind 14, bezieht man die noch nicht offiziell bestätigten Rosberg & Button bei Brawn mit ein, gar 16 noch frei.
Bei den vier neuen Rennställen (Campos, Manor, US F1, Lotus) ist von acht Autos gar erst eines vergeben - Bruno Senna, Neffe des legendären Ayrton Senna, hat bei Campos unterschrieben. Offen ist die Zukunft von Renault. Und auch jene der Österreicher. Christian Klien spekuliert nach zwei Jahren als BMW-Testfahrer mit Qadbak. Das US-Team möchte Alex Wurz. Und Formel-2-Champions Andy Soucek verhandelt mit mehreren Teams.















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