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    Zuletzt aktualisiert: 13.11.2008 um 16:51 UhrKommentare

    Der Sport gibt ihnen die Kraft fürs Leben

    Golfer Erik Crompton bekam bereits sein zweites neues Herz verpflanzt. Eishockey-Goalie Robert Müller weiß, dass er bald sterben muss. Beide suchen im Sport die Erfüllung ihrer größten Träume.

    Eishockey-Goalie Robert Müller

    Foto © GEPAEishockey-Goalie Robert Müller

    Das Leben und der Tod - sie vereinen alle Menschen. Und dennoch, das Dasein schlägt bei jedem von uns einen anderen Weg ein. Manchmal einen einen der Hoffnung, manchmal einen tragischen. So, wie auch bei jenen zwei jungen Menschen, deren Schicksale derzeit die Sportwelt abseits von Toren und Rekorden prägen. Es sind die Geschichten von Robert Müller und Erik Crompton.

    Unheilbar krank. Auf der einen Seite Müller. Im November 2006 wurde bei dem Eishockey-Goalie der Kölner Haie ein Gehirn-Tumor diagnostiziert. Nach zwei Operationen und einer Zeit, in der Hoffnung und Frust wie ein Spielball hin- und hersprangen, steht heute unwiderruflich fest: Der Krebs ist unheilbar, der 28-jährige Vater zweier Kinder muss bald sterben. Schon heute ist der Deutsche laut seinem behandelnden Arzt über die mittlere Lebenserwartung bei dieser besonders aggressiven Art von Tumoren hinweg - die meisten Patienten überleben weniger als ein Jahr, nur drei Prozent sind nach fünf Jahren noch am Leben.

    Schritt für Schritt. Einblicke in sein Seelenleben gewährt Müller keine, dafür will sich der mehrfache deutsche Team-Goalie mit aller Kraft noch seinen letzten großen Traum erfüllen: Noch einmal für die Kölner Haie auf dem Eis stehen. Diesem kommt er heute zumindest einen Schritt näher: Denn im Auswärtsspiel gegen Duisburg sitzt Müller, seines Zeichens dreifacher deutscher Meister, zumindest auf der Bank. "Ich freue mich sehr darüber, dass ich wieder bei einem Spiel mit der Mannschaft aufs Eis fahren kann und als Back-up eingesetzt werde. Es geht Schritt für Schritt voran", sagt Müller.

    Spenderherz. Auf der anderen Seite Crompton. Der Amerikaner kam mit einer angeborenen, chronischen Herzinsuffizienz zur Welt. Das Herz war zu groß, um genügend Blut zu pumpen. 1992, im Alter von 12 Jahren, wurde Crompton das erste Spenderherz verpflanzt. Von einem Mädchen, dass bei einem Autounfall ums Leben kam. Sportarten mit Körperkontakt kamen für ihn nun nicht mehr in Frage, also spielte er Golf. Und das hervorragend: Bald führte das Talent aus Florida die Weltrangliste der Junioren an, 2001 wechselte er ins Profilager. Doch dann der zweite Rückschlag: Nach einem Turnier bricht Crompton zusammen - die linke Herzarterie war zu.

    Nach vorne schauen. Eine Notoperation hält ihn am Leben. Wenig später bekommt er sein zweites Spenderherz. Diesmal von einem jungen Mann, der mit dem Motorrad verunglückt ist. Fünf Monate später stand der heute 28-Jährige wieder auf dem Golfplatz. Dass im ersten Jahr ein Fünftel aller Herzempfänger durch operationsbedingte Probleme sterben, daran denkt Crompton, der nun ein Leben lang Medikamente schlucken muss, nicht. Im Gegenteil, noch heuer will der werdende Vater den Sprung auf die US-PGA-Tour schaffen. Im Gegensatz zu Müller hat Crompton die Aussicht auf ein langes Leben, doch in einem sind sie sich gleich: Beide holen sich im Sport die Stärke fürs Leben.

    ALEXANDER TAGGER

    Zur Person

    Robert Müller

    Geboren: 25. Juni 1980 in Rosenheim
    Beruf: Eishockey-Profi
    Erfolge: Dreifacher Deutscher Meister mit Adler Mannheim (2000/01 und 2006/07) und Krefeld Pinguine (2002/03); Pokalsieger mit Mannheim (2006/07), mehrfacher deutscher Team-Torwart, Mitglied der deutschen "Hall of Fame"

    Zur Person

    Erik Crompton

    Geboren: 11. November 1980 in Miami
    Beruf: Golf-Profi
    Erfolge: Ehemalige Nummer eins der Junioren-Weltrangliste, 2004 Sieger der "Order of Merit" der Kanada-Tour, 2005 Sieg bei der "König Hassan II Trophy"

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