"Der Radsportler Kohl ist tot"
Die Reaktionen auf Bernhard Kohls Dopinggeständnis sind vielfältig. Seine Kollegen Bernhard Eisel und Paco Wrolich wollen ihn aber weiter unterstützen.

Foto © APAFertig mit der Welt: Bernhard Kohl
Auch wenn der Doping-Sünder Bernhard Kohl in den vergangenen Tagen viel verloren hat, den Goldenen Wiener Rathausmann darf er behalten. Am Donnerstag betonte man im Rathaus auf APA-Nachfrage, dass es für eine Aberkennung keine gesetzliche Handhabe gebe. Kohl war die kleine vergoldete Statuette nach seinen Erfolgen bei der Tour de France im August von Bürgermeister Michael Häupl überreicht worden. Das ist allerdings nicht die einzige Reaktion auf das Dopinggeständnis des gefallenen Tour-Helden.
Wrolich. Peter "Paco" Wrolich rechnet Kohl das Geständnis hoch an, es sei ein wichtiger Schritt gewesen. Aber: "Der Radsportler Kohl ist tot, den wird es nicht mehr geben", meinte Kohls Teamkollege bei Gerolsteiner. Den Menschen Kohl werde er aber nicht fallen lassen. Außerdem fordert Wrolich schärfere Sanktionen bei Besitz und Weitergabe von Dopingsubstanzen.
Hintergrund
Eisel. "Man muss Freundschaft und Geschäft trennen. Wenn er in der Öffentlichkeit oder im Radsport wieder Fuß fassen will, dann musste er gestehen. Für mich
bleibt er der Berni Kohl. Er hat eine große Dummheit gemacht", so Kohls Freund und Trainingspartner Bernhard Eisel. Als Riesenrückschlag für den Radsport sieht er Kohls Doping-Vergehen aber an.
Nach Geständnis
Vertrag gekündigt. Für Rudolf Massak, Generalsekretär des österreichischen Radsportverbandes, hat der Radsport weit mehr Schaden genommen als Bernhard Kohl selbst. Er würde sich wünschen, "dass er sich durchringen kann, Hintermänner zu nennen." Diesen Wunsch äußerte auch Geert Coeman, Team-Manager von Silence-Lotto. Das Team wird den am 8. September präsentierten Vertrag mit Kohl auflösen. "Wir hatten so ein gutes Gefühl, aber jetzt sind wir enttäuscht, wir fühlen uns betrogen, für uns ist das zu Ende", so Coeman. Und die gute Nachricht am Schluss: Laut Massak hat Kohl keine Schadensersatzforderungen von Seiten des Verbandes zu fürchten.
Features
Geständnis
Am Mittwoch gestand Bernhard Kohl den Missbrauch von EPO CERA während der Vorbereitung auf die Tour de France.
"Ich bin der Versuchung erlegen, weil der auf mir lastende Erfolgsdruck unglaublich groß geworden ist", so Kohl bei der Pressekonferenz.














