Goldgriff ging ins Leere
Österreich hamsterte bei der Tischtennis-EM in St. Petersburg fünf Mal Edelmetall und damit die meisten Medaillen. Einzig der erhoffte Griff nach Gold blieb Schlager, Liu & Co. verwehrt.

Foto © APALiu Jia
Es war sehr schön, es hat uns sehr gefreut. Österreichs Tischtennis-Asse konnten erhobenen Hauptes die Heimreise aus St. Petersburg antreten - immerhin räumte das ÖTTV-Team fünf und damit die meisten Medaillen bei den 27. Europameisterschaften ab. Einziger Wermutstropfen: Der Griff nach Gold wurde ein Griff ins Leere.
Finalspiele verloren.
Denn am Schlusstag verloren sowohl Liu Jia im Einzel (2:4 gegen die Litauerin Ruta Paskauskiene) als auch Werner Schlager im Doppel (3:4 an der Seite des Niederländers Trinko Keen gegen die Deutschen Timo Boll/Christian Süß) ihre Finalspiele. Zu den beiden "Silbernen" kamen die Einzel-Bronzemedaillen von Schlager (0:4 im Halbfinale gegen den späteren Triple-Europameister Boll), Robert Gardos (0:4 gegen Wladimir Samsonow) und dem Herren-Team. Mit dieser stolzen Ausbeute reichte es im Medaillenspiegel für den guten fünften Rang.
Gehandicapt.
Dabei lag Schlager mit Keen im Doppel bereits mit 3:1-Sätzen voran - und das, obwohl der Österreicher stark gehandicapt war: Im Einzel-Semifinale zu Mittag gegen Boll hatte er beim zweiten Ballwechsel eine Zerrung im rechten Oberarm erlitten, danach mehr und mehr Vorhandschläge vermieden und mit der Rückhand geschlagen. Gegen den Titelverteidiger war so freilich kein Satzgewinn drinnen, Schlager kassierte somit nach 16 bei diesem Event errungenen Siegen die erste Niederlage. Die zweite folgte dann im Doppel.
Turnier ihres Lebens.
Liu hatte im Semifinale gegen die gefährliche Ungarin Krisztina Toth noch mit 4:2 die Oberhand behalten. Doch Finalgegnerin Paskauskiene (Weltranglisten-90.) spielte das Turnier ihres Lebens. Zudem agierte Liu zu nervös, lag rasch mit 0:3 zurück. Zwar konnte die Österreicherin nochmals auf 2:3 verkürzen, doch brachte die Froschbergerin dann ein ein strittiger Ball endgültig aus dem Konzept.
Boll räumte ab.
Zum erfolgreichsten Athleten der EM krönte sich der Deutsche Boll, der mit drei Mal Gold (Einzel, Doppel, Team) seinen Belgrad-Coup wiederholen konnte. Samsonow folgte ihm mit zwei Silber-Medaillen, Schlager kam mit einer Silber- und zwei Bronze-Medaillen auf Rang drei.
Features
Damen-Kader
Team: Liu Jia, Li Qiangbing (beide Linz AG Froschberg), Veronika
Heine, Martina Petzner (beide LZ Froschberg)
Einzel: Liu, Li, Heine, Petzner
Doppel: Liu/Li Jiao (NED), Heine/Li Qiangbing, Petzner/Cornelia
Vaida (CRO)
Foto

Werner SchlagerFoto © GEPA
Herren-Kader
Team: Werner Schlager, Chen Weixing, Daniel Habesohn (alle SVS
Niederösterreich), Robert Gardos (Cajagranada), Bernhard Presslmayer
(Mauthausen)
Einzel: Schlager, Chen, Gardos, Habesohn, Presslmayer, Stefan Fegerl
(Linz Froschberg)
Doppel: Chen/Gardos, Schlager/Trinko Keen (NED), Fegerl/Feng
Xiaoquan (Linz Froschberg), Habesohn/Partner wird bei der EM bestimmt













