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    Zuletzt aktualisiert: 28.09.2008 um 19:53 UhrKommentare

    2:03:59 Stunden - Weltrekordzeit für Gebrselassie

    Haile Gebrselassie lief beim Berlin-Marathon in 2:03:59 Stunden eine spektakuläre Weltbestzeit und denkt bereits an noch schnellere Rennen.

    Laufen ist seine Berufung: Haile Gebrselassie

    Foto © ReutersLaufen ist seine Berufung: Haile Gebrselassie

    Kurz vor dem Ziel sah es so aus, als würde ein Rollifahrer den überragenden Lauf von Haile Gebrselassie noch gefährden. Der Handbiker steuerte vor Tausenden Zuschauern am Brandenburger Tor mitten in den Laufweg des Äthiopiers. Doch die Lauflegende funktionierte wie ein Uhrwerk und ließ sich selbst von der kleinen Irrfahrt nicht aus dem sensationell schnellen Tritt bringen. Wenige Sekunden später durchlief er beim Berlin-Marathon als erster Mensch der Welt unter 2:04 Stunden das Zielband. In genau 2:03:59 Stunden durchbrach er den Weltrekord um 27 Sekunden, der erst vor einem Jahr an selber Stelle gelaufen wurde - von Gebrselassie. Es war der 25. Weltrekord des Wunderläufers und sein dritter Berlin-Sieg in Folge. Trotzdem reagierte der 35-Jährige, als wäre es eine Premiere gewesen: "Solche Bedingungen", sagte er, "bekommt man nur einmal im Leben." Das Wetter in Berlin: optimal, so warm, wie es für ihn optimal ist, kaum Wind.

    Stadion-Atmosphäre. Das traumhafte Wetter hatte es nicht nur den 40.000 Läufern aus 107 Ländern beim 35. Berlin-Marathon leicht gemacht, ihre persönliche Bestleistung zu bringen. Entlang der 24,195 Kilometer langen Strecke in der Innenstadt feierten mehr als eine Million Menschen. Es schien voller an den Straßenrändern zu sein, denn je. Und die Zuschauer sahen neben dem Rekordlauf des Äthopiers auch den ersten deutschen Sieg bei den Frauen auf der Berliner Strecke. Irina Mikitenko stellte mit 2:19:19 Stunden zudem Landesrekord auf.

    Besondere Stimmung. Höhepunkt für viele Läufer war traditionell die Stimmung am Platz zum Wilden Eber. Dort bei Kilometer 28 zeigen die ersten Läufer Ermüdungserscheinungen. Daher werden sie seit Jahren von unzähligen Samba-Trommlern und Tänzern aufgemuntert. Auch für Gebrselassie ist die Stimmung in Berlin etwas Besonderes. "Ich hatte das Gefühl, ich laufe in einem Stadion", sagt der Äthiopier zur Atmosphäre. Der 35-Jährige denkt übrigens auch nach dem Jubiläumsrekord nicht ans Aufhören und wird weiterhin gegen das Alter anlaufen. "Jeden Tag kann ein Läufer meinen Weltrekord verbessern. Also muss ich noch schneller laufen." 2:03:30 Stunden traut er sich zu.

    INGO WOLFF, BERLIN

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