American Football: Raiders Tirol sind im Eurobowl-Himmel
Die Innsbrucker gewannen die 22. Auflage des EFL-Endspiels gegen die Vienna Vikings mit 28:24.

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Am Ende jubelten am späten Samstagabend die
Footballer von Raiders Tirol und mit ihnen auch 5.600 Zuschauer. Mit
dem 24:21-Sieg über die Vienna Vikings in der Eurobowl sicherten sich
die "Freibeuter" aus Innsbruck erstmals in ihrer 16-jährigen
Vereinsgeschichte den größten Triumph im Football in Europa, den Sieg
im Finale der EFL. Die Wiener, die zuvor vier Mal in Serie die
Eurobowl eroberten hatten, nahmen ihre Niederlage gelassen hin und
feierten mit den Tirolern bis spät in der Nacht auf der
After-Game-Party.
Wellental der Gefühle. Doch bevor die Raiders den von Swarovski kreierten Kristallpokal
im Wert von 7.000 Euro in den Nachthimmel im Innsbrucker
Tivolistadion stemmen konnten, mussten sie durch ein Wellental von
Gefühlen gehen. Die 22. Auflage der Eurobowl erlebte eine spannende
Partie mit zwei grundverschiedenen Hälften. Bereits nach 34 Sekunden
führten die Wiener durch einen Touchdown ihres Legionärs Mike
Salerno, nach dem ersten Viertel stand es 14:6 für die Wikinger und
zur Halbzeit 24:14.
Aufgewacht. Doch eine lautstarke Kabinenpredigt von Defensiv-Koordinator
Santos Carillo weckte die Tiroler, die eine Woche zuvor überraschend
die Austrianbowl gegen die Grazer Giants verloren hatten, auf. In
zwei Endspielen zu stehen, und beide zu verlieren, das wollten sie
dann doch nicht. Erst machte Quarterback Marco Glavic einen
Touchdown, dann brachte Running-Back Florian Grein, der zum
wertvollsten Spieler gewählt wurde, mit seinem zweiten Touchdown die
Tiroler erstmals mit 28:24 in Front. Im Schlussviertel verteidigten
sich die Tiroler geschickt und brachten den Vorsprung über die Zeit.
Tränen bei Buffum. Dann kullerten bei Geoff Buffum, der seit 2004 Headcoch der
Raiders ist, die Tränen: "Ein Traum ist in Erfüllung gegangen. Ich
bin unglaublich stolz auf dieses Team. Wir haben lange und hart für
diesen Finalsieg gearbeitet und gekämpft. Heute ist der Tag, an dem
wir die Nummer eins in Europa sind." Auch Raiders-Manager Daniel
Dieplinger strahlte: "Wir haben lange Jahre auf dieses Ziel
hingearbeitet. Jetzt sind wir nur glücklich." Doch Manfred Swarovski,
Eigentümer des Hauptsponsors Swarco, denkt bereits weiter: "Das soll
erst der Anfang sein, wir haben noch viele große Träume."
Gratulationen. Und die Gratulationen nach dem für die "Freibeuter" denkwürdigem
Spiel im Innsbrucker EURO-Stadion kannten keine Grenzen. "Gratulation
an die Swarco Raiders, sie haben verdient gewonnen. Großer Respekt
geht auch an mein Team, sie haben ihre beste Leistung der Saison
gezeigt. Danke an den Veranstalter, es war ein mehr als würdiges
Eurobowl-Finale", sagte Karl Wurm, Präsident der Vienna Vikings, und
Michael Eschlböck, Präsident des Österreichischen Verbandes AFBÖ,
legte nach: "Es war das schönste Eurobowl-Finale, in einem tollen
Stadion, vor einer Rekordzuschauerkulisse, bei perfektem Wetter.
Besonders freut es mich, dass es zwei österreichische Teams
bestritten haben, die mit tollen Aktionen auf beiden Seiten für
Spannung bis zum Schluss sorgten. Und wir haben einen neuen
Eurobowl-Sieger."
Restlose Begeisterung. Auch der deutsche Präsident des europäischen Verbandes EFAF Robert
Huber, der im Vorfeld leicht kritisierte, dass die diesjährige
Eurobowl eine rein österreichische Angelegenheit sei, war am Ende
restlos begeistert: "Es war eine tolle Kulisse in einem
hervorragendem Stadion. Es war auch ein hochklassiges Spiel auf sehr
hohem technischen Niveau, zweier fast gleichwertiger Mannschaften.
Gratulation an die Raiders und die Vikings für ein tolles Spiel."
Pokal. Angetan war Huber auch vom diesjährigen Siegerpokal, einer
Kristallskulptur von Swarovski, die der Vince-Lombardi-Trophy der
amerikanischen Superbowl nachempfunden ist: "Wir wollen nun einen
noch größeren Pokal in dieser Form anfertigen lassen, der dann als
Wanderpokal der Eurobowl dienen soll. Verhandlungen über einen
Fünf-Jahres-Vertrag laufen bereits."















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