Kampf der Psyche - Sandra Klemenschits wagt Comeback
Der Krebs ist besiegt, aber der Kampf noch nicht vorbei. Sandra Klemenschits kehrt nach dem Tod ihrer Schwester auf die Tennisbühne zurück.

Foto © APASandra Klemenschits (rechts) an der Seite ihrer Schwester Daniela
Und das Leben geht weiter. Ein Satz, den sich Sandra Klemenschits jeden Tag vor Augen führen muss. Denn, "die Psyche kann Metastasen erzeugen", ist Kurt Waltl, der die beiden an Krebs erkrankten Zwillingsschwestern Sandra und Daniela Klemenschits seit der ersten Diagnose auf ihrem Leidensweg begleitet hat, überzeugt.
Tiefes Loch.
Als Daniela im heurigen April der heimtückischen Krankheit erlag, fiel Schwester Sandra in ein tiefes Loch. Der Verlust ihres Ebenbildes, ihrer zweiten Hälfte war für die Salzburgerin kaum zu überwinden. "Daher habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, sie von den immer wiederkehrenden, negativen Gedanken an Daniela, den Krebs, den Tod wegzureißen", erzählt Waltl.
"Wichtiger Schritt".
Und so konnte der steirische ÖTV-Masseur, der die beiden Doppel-Asse seit deren ersten Tagen im österreichischen Fed-Cup-Team kennt, Sandra nach Absprache mit den Ärzten davon überzeugen, bei den "Gastein Ladies" (12. bis 20 Juli) dank einer Wild Card an der Seite der Deutschen Marlene Weingärtner ein Comeback zu geben. Waltl: "Das ist für Sandra ein enorm wichtiger Schritt. Wenn alles gut läuft, wird sie heuer noch öfter mit Marlene auf der Tour spielen."
Schwerer Kampf.
Also gilt Sandra, bei der im Gegensatz zu Daniela der tödliche Verlauf der Krankheit noch rechtzeitig gestoppt werden konnte, als vollkommen geheilt? "Davon kann man im Moment ausgehen", formuliert es Waltl vorsichtig. "Aber wie gesagt, viel hängt von ihrer psychischen Einstellung ab. Es war und ist ein langer, schwerer Kampf. Erst am 3. Juni wurden ihr in Wien zwei Gewächse im Genitalbereich entfernt. Der histologische Befund fiel aber Gott sei Dank negativ aus."
Neben der Vorbereitung auf ihr Comeback büffelt die 25-Jährige derzeit in Innsbruck für eine Ausbildung zur Tennislehrerin und will künftig intensiv mit Kindern zusammenarbeiten. Waltl: "Es sind wieder Ziele vorhanden. Jeden Tag gewinnt sie ein bisschen mehr an Leben zurück. Es ist einfach sehr schön, das beobachten zu dürfen."













