Boonen bekräftigt seine Unschuld: Kokain wurde in Drink gemischt
Ex-Weltmeister Tom Boonen wurde nach seiner Kokain-Affäre von der Tour de France ausgeschlossen.

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Belgiens Radsport-Idol Tom Boonen hat am
Montag seine Unschuld bekräftigt, nachdem bei ihm in einem Doping-Test vom 25. Mai Spuren von Kokain nachgewiesen worden waren. Der 27-jährige Ex-Weltmeister erklärte, dass ihm das Kokain
offensichtlich in einer Bar in einen Drink gemischt worden sei. Dies gab Boonen nach einem Bericht der "Gazet van Antwerpen" bei der
Befragung durch die belgische Staatsanwaltschaft in Turnhout zu Protokoll.
Drinks in der Bar. Er sei mit seiner Freundin Lore in einer Bar in seiner Heimatstadt
Mol gewesen und habe auf der Terrasse einige Drinks getrunken. Später sei ihm übel geworden, so dass er den Heimweg angetreten habe. Bereits am Mittwoch hatte sich Boonen bei einer Pressekonferenz in Wielbeke für die Probleme entschuldigt, die er verursacht habe. Der
27-Jährige war bei einer Trainingskontrolle am 26. Mai positiv auf Kokain getestet worden. Nach den Regeln des Weltverbandes UCI kann er
dafür nicht gesperrt werden, da der Gebrauch der Substanz nur während eines Wettkampfes verboten ist.
Keine Tour de France. Schwerer Schlag für Boonen: Tour-de-France-Direktor Christian
Prudhomme verkündete, der belgische Sprintstar sei bei seiner Rundfahrt nicht willkommen: "Er ist ein großer Champion. Aber ein großer Champion hat auch die Verpflichtung, sich wie ein solcher
zu verhalten." Auch bei der Tour de Suisse war der Spezialist für Eintages-Rennen zur unerwünschten Person erklärt worden. Der Direktor der Tour de France, Christian Prudhomme, verwies auch auf die Vereinbarung, die der Tour-Veranstalter mit allen Mannschaften geschlossen hat. Boonen habe die Integrität der Tour de France und der von ihr verpflichteten Mannschaften geschädigt.
Konsequenzen. Strafrechtliche Konsequenzen und eine Sperre drohen aber, wenn
Boonen der Besitz größerer Mengen oder der Handel mit Kokain
nachgewiesen wird. Im Dezember war Boonens Freund Tom Vanoppen mit
Kokain erwischt worden. Im Verhör nannte der Querfeldein-Spezialist
Boonen als seinen Dealer, was dieser später bestritt.
Hausdurchsuchungen der belgischen Polizei bei Boonen und seiner
Familie sollen ohne Ergebnis geblieben sein.
Hauptsponsor bleibt. Trotz der "Affäre Boonen" konnte Patrick Lefaevere, Teammanager
von Quick Step, eine gute Nachricht verkünden. Nach längerer
Ungewissheit hat der Hauptsponsor sein Engagement bei der Sportgruppe
um drei Jahre verlängert. Und auch Tom Boonens Vertrag läuft drei
Jahre weiter.
Features
Raser
Zudem musste Boonen vergangene Woche seinen Führerschein wegen Rasens (180 statt der erlaubten 90km/h) abgeben. In seinem Blut war ein Restalkoholgehalt von einem Promille festgestellt worden. Sechs Wochen zuvor hatte er wegen des gleichen Vergehens zwei Wochen auf seinen Ferrari verzichten müssen.














