ÖRV-Topduo trennte sich - Olympia-Start gefährdet
Juliusz Madecki und Sebastian Sageder gehen ab sofort getrennte Wege.

Foto © GEPAGetrennt: Juliusz Madecki und Sebastian Sageder
Etwas mehr als 100 Tage vor den Olympischen Spielen
in China steht der Österreichische Ruderverband (ÖRV) zwar mit einem Quotenplatz für Peking da, allerdings sind die Sportler dafür abhanden gekommen. Sebastian Sageder/Juliusz Madecki, die bei der WM 2007 in München das Ticket für China hatten, haben sich am Sonntag nach dem Kleinboottest in Wien getrennt.
Olympiaplatz sichern. Die Gründe basieren nicht im
zwischenmenschlichen Bereich, vielmehr sah sich das Privatprojekt aufgrund technischer Probleme außerstande, das Ziel 'Olympiafinale' zu erreichen.
Beim ÖRV schlug die Nachricht wie "eine Bombe" ein, sagte Verbandspräsident Helmar Hasenöhrl am Montag auf der traditionellen Saison-Eröffnungs-Pressekonferenz, er schätzte aber die "ehrliche
Entscheidung." Nun wird versucht, den Leichtgewichts-Doppelzweier möglicht schnell neu zu formieren, um den Quotenplatz für Peking - es
ist der bisher einzige des ÖRV - zu sichern.
Letztes Privatprojekt. Mit der Trennung der von Koordinator Andrzej Moliszewki und Trainer Sigi Sageder betreuten Sageder/Madecki-Gemeinschaft (seit 2005 gemeinsam im Zweier) endete das letzte Privatprojekt, alle weiteren Boote stehen voll unter der Verantwortung des rot-weiß-roten
Verbandes. Madecki sowie Sageder stehen beide weiterhin für den Doppelzweier bereit. Und, wenn sich keine bessere Lösung findet, ist nicht auszuschließen, dass am Ende diese beiden wieder das
Olympia-Duo bilden werden. "Jetzt mussten wir einsehen, dass wir so nicht weiterkommen, wir mussten uns dem Verband öffnen und um Hilfe
bitten", sagte Madecki.
Blockade. Dass Privatprojekte im ÖRV offensichtlich nicht gern gesehen sind, dies verhehlte der Athlet allerdings nicht. "Es war schon eine gewisse Blockade da. Wenn wir zwölf Gegner hatten, dann war der Verband der 13." So erzählte Madecki von e-mails, in denen ein hoher
Funktionär forderte, dass man Sageder/Madecki nicht unterstützen solle. "Die Entscheidung jetzt hat aber mit dem Verband nichts zu tun. Ich will weiterrudern, deshalb wollen wir alles versuchen." Zu seiner Meinung steht er aber: "Wenn sich ein Boot für Olympia qualifiziert, dann ist das Glück, ein strategischer Aufbau ist nicht ersichtlich."










