London-Marathon: Sechs Massai-Krieger laufen mit
Sechs Massai-Krieger laufen am Sonntag den London-Marathon. Damit sie sich nicht verlaufen, bekamen sie einen speziellen "Wegweiser".

Foto © APDie Massai-Krieger werden mit Speer und Schild laufen
Kesika, Isaya, Lengamai, Ninna, Nguvu und Taico sind Massai-Krieger. Die sechs haben zum ersten Mal im Leben ihr entlegenes Dorf im Norden Tansanias verlassen. Und Sonntag werden sie den London-Marathon laufen. In ihrer traditionellen Kleidung. Mit Speer und Schild. Und mit aus uralten Autoreifen geschnitzten Sandalen an den Füßen.
Geld sammeln. Die sechs Massai laufen unter dem Motto "Sauberes Wasser". Und sie wollen unterwegs möglichst viel Geld sammeln, damit in ihrer von jahrelanger Dürre geplagten Heimat Ingenieure nach Wasser suchen, Probebohrungen vornehmen und Brunnen bauen können. Bis zu 75.000 Euro werden dafür nötig sein.
Jagdinstikt abstellen. Weil die stolzen Burschen zwar das Laufen gewohnt sind, nicht aber das Leben in der Großstadt, werden sie in London auf Schritt und Tritt von "Greenforce" betreut. Aber weil man ihnen dennoch nicht so recht traut, wurde ihnen ein vierseitiger Ratgeber zusammen gestellt, den die englische "Sun" abgedruckt hat. So werden die Massai zum Beispiel hingewiesen, nicht ihrem Jagdinstinkt zu folgen, wenn sie Kühe, Schweine oder Schafe auf einem Feld sehen. "Es ist wichtig, sich zu erinnern, dass diese Tiere jemandem gehören und auf sie geachtet wird", schreibt die Benimmfibel.
Unterhosenpflicht. Weiters: "Wenn ihr anderen etwas wegnehmt, etwa eine Halskette, wird man das ungewöhnlich finden." Die Briten weisen darauf hin, dass "es illegal ist, bestimmte Körperteile zu zeigen und daher wichtig, Unterhosen zu tragen". Und Toiletten seien Büschen vorzuziehen. Wohin sie laufen müssen, steht nirgends. Wozu auch? 35.000 sind mit den sechs Massai am Start.Features
Fakten
In London (13. April) starten die "World Marathon Majors". Es folgen Boston (21. April), Berlin, Chicago und New York. 65.000 Dollar Preisgeld liegen in London auf der Straße, in Boston sind es 100.000 Dollar. 35.700 Läufer erreichten letztes Jahr in London das Ziel.
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Das etwas andere SchuhwerkFoto © Reuters












