Lawinenprognosebericht für Kärnten

für Sonntag den 21.01.2018

(herausgegeben: Samstag, 20 Januar 2018 16:30 Uhr)
Hohe Tauern
Gurktaler Alpen
Sau und Koralpe
Karawanken
Lawinenwarnstufen im Detail
  • Stufe 1 Geringe Gefahr. Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Eine Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung (z.B. Skifahrergruppe ohne Abstände) an sehr wenigen, extremen Steilhängen möglich. Allgemein sichere Tourenverhältnisse.
  • Stufe 2 Mäßige Gefahr. Die Schneedecke ist an einigen Steilhängen (steiler als 30°) nur mäßig, ansonsten allgemein gut verfestigt. Auslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung (z.B. Skifahrergruppe ohne Abstände) vor allem in den angegebenen Steilhängen möglich. Unter Berücksichtigung lokaler Gefahrenstellen günstige Tourenverhältnisse. Verzicht auf extrem steile Hänge mit mehr als 39°.
  • Stufe 3 Erhebliche Gefahr. Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen (steiler als 30°) mäßig bis schwach verfestigt. Auslösung von Lawinen ist schon bei einzelnen Skifahrern möglich. Skitouren erfordern lawinenkundliches Beurteilungsvermögen. Tourenmöglichkeiten eingeschränkt. Verzicht auf Hänge mit mehr als 34° Neigung und felsdurchsetztes Gelände.
  • Stufe 4 Große Gefahr. Die Schneedecke ist an den meisten Stilhängen schwach verfestigt, eine Lawinenauslösung bereits bei geringer Zusatzbelastung (z.B. durch einzelne Skifahrer) an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan (= ohne menschliches Zutun) viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. Tourenmöglichkeiten stark eingeschränkt.
  • Stufe 5 Sehr große Gefahr. Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan (= ohne menschliches Zutun) sind zahlreiche, große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände, zu erwarten. Skitouren sind allgemein nicht möglich.

Triebschneeablagerungen bilden weiterhin das Hauptproblem

Gefahrenbeurteilung

Die Störanfälligkeit des obersten Teiles, Triebschnee und Graupel, der Schneedecke hat sich nicht wesentlich geändert. Mit den in der Nacht zum Sonntag einsetzenden Niederschlägen in den Oberkärntner Gebirgsgruppen und dem wieder stärker werdendem Wind aus nordwestlicher Richtung, entstehen wieder frische, mittlere Triebschneeablagerungen welche ältere Triebschneeablagerungen überdecken und zu diesen keine gute Bindung aufweisen. Weiterhin ist der Triebschnee das Hauptproblem.

Schneedeckenaufbau

Bei schwächerem Wind aus nordwestlicher bis südwestlicher Richtung und oft strahlendem Sonnenschein haben sich die Triebschneeablagerungen etwas setzen können. Die Störanfälligkeit der eingeschneiten und eingewehten Graupelschicht an der Grenze zur Altschneedecke hat sich aber kaum verändert. Das Schneedeckenfundament ist großteils sehr kompakt und wird bis zum Boden kontinuierlich feuchter.

Wetter

Mit nordwestlicher Höhenströmung ziehen immer wieder Störungszonen über Österreich. Kärnten bleibt föhnbedingt großteils wetterbegünstigt. Mit kräftigem Nordwind ist das Wetter am Sonntag, abgesehen von den Hohen Tauern und auch entlang der nördlichen Landesgrenze, wo die Wolken dicht sind und es vor allem am Vormittag schneit, meist recht sonnig. Mit Temperaturen in 3000 m um -16 Grad und in 2000 m um -8 Grad wird es kühler.

Tendenz

Am Montag ziehen ausgedehnte Wolken aus Nordwesten durch und vor allem in den Hohen Tauern beginnt es bald zu schneien. Der Wind weht noch immer stark aus nordwestlicher, in tieferen Lagen auch aus südwestlicher Richtung. Im Tagesverlauf wird es milder. Die Lawinengefahr ändert sich nicht wesentlich.