Lawinenprognosebericht für die Steiermark

für Sonntag den 22.04.2018

(herausgegeben: Samstag, 21 April 2018 16:04 Uhr)
Randgebirge Ost
Randgebirge West
Nordalpen Ost
Nordalpen West
Niedere Tauern Nord
Niedere Tauern Süd
Gurk- und Seetaler Alpen
Nordalpen Mitte
Lawinenwarnstufen im Detail
  • Stufe 1 Geringe Gefahr. Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Eine Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung (z.B. Skifahrergruppe ohne Abstände) an sehr wenigen, extremen Steilhängen möglich. Allgemein sichere Tourenverhältnisse.
  • Stufe 2 Mäßige Gefahr. Die Schneedecke ist an einigen Steilhängen (steiler als 30°) nur mäßig, ansonsten allgemein gut verfestigt. Auslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung (z.B. Skifahrergruppe ohne Abstände) vor allem in den angegebenen Steilhängen möglich. Unter Berücksichtigung lokaler Gefahrenstellen günstige Tourenverhältnisse. Verzicht auf extrem steile Hänge mit mehr als 39°.
  • Stufe 3 Erhebliche Gefahr. Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen (steiler als 30°) mäßig bis schwach verfestigt. Auslösung von Lawinen ist schon bei einzelnen Skifahrern möglich. Skitouren erfordern lawinenkundliches Beurteilungsvermögen. Tourenmöglichkeiten eingeschränkt. Verzicht auf Hänge mit mehr als 34° Neigung und felsdurchsetztes Gelände.
  • Stufe 4 Große Gefahr. Die Schneedecke ist an den meisten Stilhängen schwach verfestigt, eine Lawinenauslösung bereits bei geringer Zusatzbelastung (z.B. durch einzelne Skifahrer) an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan (= ohne menschliches Zutun) viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. Tourenmöglichkeiten stark eingeschränkt.
  • Stufe 5 Sehr große Gefahr. Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan (= ohne menschliches Zutun) sind zahlreiche, große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände, zu erwarten. Skitouren sind allgemein nicht möglich.

Nass- und Gleitschneeproblematik! Tagesgang der Lawinengefahr! Schitouren möglichst früh abschließen!

Gefahrenbeurteilung

Die Lawinengefahr unterliegt in der Steiermark einem Tagesgang: Durch die geringe nächtliche Abkühlung ist die Lawinengefahr schon von der Früh weg mäßig und steigt im Laufe des Vormittages auf erheblich an. Es können sich aus steilen Hängen aller Expositionen jederzeit große Nass- oder Gleitschneelawinen lösen. Durch den schneereichen Winter ist in höheren Lagen noch reichlich Schnee vorhanden, größere Lawinen können daher bis in tiefere Lagen gelangen und bereits aperes Gelände verschütten. Geöffnete Schneemäuler müssen als Gefahrenzeichen für abgangsbereite Gleitschneelawinen gesehen werden! Auch Wechten werden vermehrt instabil und können spontan brechen!

Schneedeckenaufbau

Die sehr warme Witterung der letzten Tage hat den Schnee schmelzen lassen. Trotz des hohen Temperaturniveaus ist die Schneedecke durch die nächtliche Ausstrahlung am Sonntagmorgen zumindest oberflächlich verfestigt und überkrustet. Vor allem südseitig wird der Schnee am Vormittag rasch wieder sulzig und faul. In mittleren Lagen ist die Durchfeuchtung der isothermen Schneedecke in allen Expositionen bis zum Boden bereits vorangeschritten. Das sich sammelnde Schmelzwasser bildet innerhalb der Schneedecke oder im Übergang zum Untergrund eine ausgeprägte Schwachschicht für Nass- und Gleitschneelawinen. In den Hochlagen sind die Bedingungen noch etwas besser.

Wetter

Am Sonntag nimmt der Hochdruckeinfluss langsam ab, trotzdem wird es bei windschwachen Verhältnissen nochmals recht warm und sonnig. Erst am Nachmittag werden die Quellwolken über den Gipfeln mehr. Einzelne kurze, mitunter gewittrige Regenschauer sind dann nicht ganz auszuschließen. Die frühsommerlichen Temperaturen liegen zu Mittag in 2.000m bei +10 Grad und in 1.500m bei +15 Grad. Der Wind aus westlicher Richtung bleibt schwach.

Tendenz

Der Montag verläuft nur noch am Vormittag sonnig. Ab Mittag nähert sich aus Nordwesten ein Störungssystem, am Nachmittag werden teils gewittrige Schauer häufiger. Die Temperaturen gehen erst am Dienstag deutlich zurück. Aufgrund der weiterhin sehr milden Wetterphase ändert sich wenig an der derzeitigen Lawinensituation, die Nass- und Gleitschneeproblematik bleibt aufgrund der warmen Temperaturen bis in die Höhe bestehen!

Der nächste Prognosebricht wird morgen bis etwa 18:00 Uhr herausgegeben. Alexander Podesser