Elektroniker und Elektrotechniker

Elektrisierend, dieser Job

PORTRÄT. Klar, mit Strom haben beide zu tun, aber was ist denn nun der Unterschied zwischen einem ­Elektroniker und einem Elektrotechniker? ­Ein Besuch am Arbeitsplatz bei Christian Gruber und ­Stefania Reif.

Christian Grubers Tipp: "ür die Aufnahmetests sollte man sich ­einlesen und über Strom und Spannung ein bisserl vorinformieren. Auch allgemeine Fragen zur Politik und Mathematik sind vorgekommen." © Nicholas Martin/Ballguide
 

Christian Gruber (Elektroniker/Mikrotechnik):
Die Elektronik war schon immer mein Steckenpferd“, sagt Christian Gruber, während er winzige Elemente vor sich auf einer Platte so zurechtschiebt, dass sie von Hand angelötet werden können. Winzig, das heißt in diesem Fall etwa 0,5 Millimeter – jeder Mückenflügel ist größer. Ohne Fingerspitzengefühl geht im Bereich Mikrotechnik also schon einmal gar nichts. Gerade das mache den Lehrberuf auch für Mädls attraktiv, betont der angehende Elektroniker bei ams, weil sie diese Fähigkeit von Haus aus mitbringen. Gerade letztes Jahr habe ein Mädchen die gleiche Ausbildung abgeschlossen – „einer der besten Lehrlinge, die jemals da waren“, ist er sich sicher.

Der Grund, dass der 22-Jährige überhaupt auf die Technik gekommen ist, liegt wohl in der Familie: „Mein Vater ist ­Hobbybastler.“ Deshalb ging Christian Gruber zuerst in die HTL. Nicht die richtige Wahl, wie sich herausstellte. „Mir hat das Handwerkliche gefehlt. Und in Mathematik habe ich mir schwergetan. Jetzt brauche ich keine Integral- und Differenzialrechnung mehr.“ Die Unterstützung während der Ausbildung sei groß, sagt der junge Elektroniker. Man nehme sich Zeit für die jungen Leute, fange ganz klein an und baue dann auf den erworbenen Kenntnissen auf. Das erste Lehrjahr verbrachte er bei der Leiterplattenfertigung, das zweite ging in die mechanische Richtung – einer der Aufgabenbereiche war etwa die Wartung von Maschinen, die Mikrochips fertigen. Sein Rat an alle, die sich bis jetzt einen Elektronikberuf nicht zugetraut haben: „Unbedingt bewerben! Vor der Ausbildung braucht man sich nicht zu fürchten.“

Zur Person

Christian Gruber (22) lernt bei der ams AG in Premstätten bei Graz. Die Lehre zum Elektroniker mit Schwerpunkt Mikrotechnik dauert 3,5 Jahre. Die Berufsschule (mit der Möglichkeit, das Internat zu nutzen) ist in Eibiswald.


Stefania Reif (Elektrotechnikerin/Anlagen- und Betriebstechnik):
Welchen Beruf sie ergreifen will, wusste Stefania Reif noch nicht genau, als sie zum Schnuppern in den ersten Betrieb kam. Im dritten, bei der Treibacher Industrie AG, fühlte sie sich so wohl, dass sie beschloss zu bleiben – und gleich die Lehre mit Matura zu beginnen. Warum die Matura? „Man weiß nie, was noch kommt“, schmunzelt die 17-Jährige. Studieren will sie später nicht. Als Trophäe dient der Abschluss auch nicht, aber „die Chancen und Möglichkeiten für später sind einfach größer.“
Als Lehrling ist sie nun bei der Inbetriebnahme von Anlagen live dabei, auch wenn eine Störung an den Maschinen auftritt, rückt sie aus, um quasi Erste-Maschinen-Hilfe zu leisten.
Stefania Reifs Tipp: "Geht schnuppern! Schaut euch die Betriebe an – das Betriebsklima kann man nur vor Ort erleben. Es ist wichtig, dass man sich am Arbeitsplatz wohlfühlt." Foto © KK

Als Elektrotechnikerin ist sie das einzige Mädchen. Kein Nachteil, wie sie bald feststellte: „Wenn es etwas Schweres zu heben gibt, ist immer jemand da, der hilft.“ Wer den Beruf ergreifen will, braucht keine speziellen Vorkenntnisse, aber „technisches Verständnis schadet nicht“, betont die Kärntnerin. Die Berufsschule fällt ihr nicht schwer, zumal sie im Betrieb intensiv vorbereitet wird. Die LAP sollte also kein Stolperstein sein. Und danach? „Ich möchte gern hierbleiben, wo auch immer ich eingesetzt werde“, sagt Stefania Reif. „Man lernt immer etwas Neues und es sind überall liebe Leute.“ Das habe von Anfang an für das Unternehmen gesprochen. „In den anderen Betrieben war das Arbeitsklima nicht so freundlich. Hier hat man mich gleich zu einem Firmenrundgang mitgenommen und ich habe mich sofort wohlgefühlt.“

Zur Person

Stefania Reif (17) lernt bei der Treibacher Industrie AG in Althofen und macht die Lehre mit Matura. Die Lehre zur Elektrotechnikerin dauert 3,5 Jahre. Die Berufsschule ist in Klagenfurt.

 

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