ÖOC-Quartett will Durststrecke im Super-G beenden

Im Olympia-Super-G der Herren am Freitag in Jeongseon (03.00 Uhr MEZ) zählen alle vier Österreicher zum engeren Kreis der Medaillenwärter. In vier Weltcuprennen des Winters gab es gleich sieben von zwölf Stockerlplätze für den einzigen Saisonsieger Vincent Kriechmayr, Matthias Mayer, Hannes Reichelt und Max Franz. Zu den Topfavoriten zählen die Norweger Kjetil Jansrud und Aksel Lund Svindal.

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Das ÖOC-Quartett ist motiviert, eine lange Durststrecke zu beenden. Das bisher einzige Super-G-Gold hat 1998 in Nagano Hermann Maier für Österreich geholt, die letzte Medaille gab es 2006 in Turin mit Silber ebenfalls für Maier. 2010 bei den Vancouver-Spielen setzte es beim Svindal-Sieg eine Schlappe, Benjamin Raich war als Bester 14. 2014 in Sotschi schrammten im Hundertstelbereich Otmar Striedinger als Fünfter und Max Franz als Sechster am Podest vorbei.

"Alle vier gehören zu den Mitfavoriten dazu, wir sind, wenn wir uns die Saisonergebnisse anschauen, sicher gut dabei. Wir waren über die ganze Saison am Podest präsent. Ich glaube auch, dass uns dieses Gelände hier runter mit den technisch anspruchsvollen Kurven ganz gut liegen könne", sagte Andreas Puelacher über seine vier Athleten.

Der ÖSV-Herren-Rennsportleiter war auch zuversichtlich, dass Mayer nach seinem Sturz und zugezogenem Bluterguss für die Speedrennen einsatzbereit ist. "Wir müssen abwarten, was in der Abfahrt passiert, aber ich bin zuversichtlich und guter Dinge, dass das gehen wird."

Für die Abfahrt gab es keine Alternative. Für den Super-G hatte Puelacher schon vor Tagen gesagt, dass man mit Marcel Hirscher, "wenn etwas danebengehen sollte, eine sehr, sehr gute Alternative in der Hinterhand" hätte. Spekulationen wiegelte er ab. "Ich gehe davon aus, dass bei Matthias alles passen wird."

Saisonsieger im Super-G sind Jansrud in Lake Louise, Kriechmayr in Beaver Creek, der Deutsche Josef Ferstl in Gröden sowie Svindal in Kitzbühel. Jansrud führt die Weltcupwertung vor Svindal, Kriechmayr, Reichelt, Franz und Mayer an.

Alles andere als eine Medaille für Österreich wäre deshalb ein große Enttäuschung, deshalb hofft auch jeder, dass kein Wind auf den Rennausgang Einfluss haben wird. "Wenn es dich erwischt, hast du keine Chance. Aber über Fairness im Freiluftsport haben wir alle schon diskutiert ", sagte Puelacher. Gefährlich dürfe es halt nicht werden.

Aufgrund der Abfahrts-Absage am Sonntag und dem neu angesetzten Speed-Programm war in Jeongseon nicht nur Durchhaltevermögen gefragt: "Es war ein bisserl mehr Aufwand, als wenn alles normal läuft. Da musst du improvisieren mit den Trainings. Du musst flexibel bleiben", erklärte Puelacher.

Man habe dies aber alles bereits im Vorfeld mit den Athleten und dem Betreuerteam abgeklärt. Dass man, wenn es vom Programm her nicht so gut laufe, ruhig bleiben und auf Situationen reagieren müsse. "Klar steckt man da die Fühler in alle Richtungen aus, man sieht sich ja auch den Wetterbericht an. Und wenn die Jury dann entscheidet, heißt es flexibel sein."

Nicht am Start ist Carlo Janka, der vor zwei Jahren die Olympia-Generalprobe ins Jeongseon vor dem Südtiroler Christof Innerhofer und Kriechmayr gewann. Er war nach seinem angerissenen Kreuzband ohne Weltcup-Resultate nach Pyeongchang mitgenommen worden, bleibt für die Speedbewerbe aber Ersatzmann im Schweizer Team. In der Kombination wurde er 15.

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