Präsidentschaftswahl in Tschechien begonnen

Bei der Präsidentenwahl in Tschechien zeichnet sich eine gute Beteiligung ab. Bis zum Ende des ersten der zwei Wahltage gaben schätzungsweise knapp zwei Fünftel der rund 8,4 Millionen Berechtigten ihre Stimme ab. Das berichtete die Agentur CTK am Freitagabend. Amtsinhaber und Umfragefavorit Milos Zeman trifft auf acht Herausforderer, darunter den Chemieprofessor Jiri Drahos.

© APA (Archiv/AFP)
 

Eine Stichwahl in zwei Wochen gilt als wahrscheinlich. In dem Wahllokal, in dem Zeman seine Stimme abgeben wollte, nahm die Polizei eine junge Aktivistin der ukrainischen Frauengruppe Femen fest. Die Frau war mit nacktem Oberkörper und dem Ruf "Zeman - Putins Schlampe" auf den 73 Jahre alten Politiker zugestürzt. Zeman war im November im Schwarzmeerort Sotschi mit Kremlchef Wladimir Putin zusammengekommen. Die Aktivistin muss sich nun wegen öffentlicher Ruhestörung vor Gericht verantworten.

Die Wahllokale sind über Nacht geschlossen. Die Tschechen können auch noch am Samstag von 8.00 Uhr bis 14.00 Uhr von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen. Anschließend beginnt die Auszählung. Mit aussagekräftigen Auszählungsergebnissen wird bis zum Abend gerechnet. Eine Stichwahl in zwei Wochen gilt als wahrscheinlich. Der tschechische Präsident hat überwiegend repräsentative Aufgaben.

Als ernstzunehmender Herausforderer gilt der ehemalige Chef der Wissenschaftsakademie Jiri Drahos. Auch dem Pop-Texter und Schriftsteller Michal Horacek werden Chancen eingeräumt. Die übrigen sechs Kandidaten, darunter der frühere Regierungschef Mirek Topolanek sowie der Ex-Botschafter in Frankreich Pavel Fischer, haben hingegen nur geringe Chancen auf den Posten.

Dass es in der ersten Runde zu einer Entscheidung kommen wird, wer ab März auf der Prager Burg residiert, gilt als unwahrscheinlich. Umfragen des Meinungsforschungsinstituts CVVM vom Dezember prognostizieren Zeman 32 Prozent, Drahos 21,5 Prozent und Horacek 10,5 Prozent. Die übrigen sechs Kandidaten liegen zwischen einem und vier Prozent weit abgeschlagen. Eine etwaige Stichwahl wird in zwei Wochen stattfinden.

Bei der Stimmabgabe von Zeman gab es einen Zwischenfall. Eine Femen-Aktivistin mit nacktem Oberkörper griff den Präsidenten an. Die Frau versuchte zu Zeman im Prager Wahllokal vorzudringen, wurde aber von seinen Leibwächtern abgefangen und auf den Boden geworfen. Später wurde sie der Polizei übergeben.

Der 73-Jährige, begleitet von seiner Frau Ivana, wurde zunächst sichtlich erschreckt aus dem Raum geführt. Erst später kehrte er zurück und gab seine Stimme ab. Dabei sagte er, es sei für ihn eine "Ehre" gewesen, weil es sich um jene Frau gehandelt habe, die bereits einen Angriff auf den Papst verübt hatte.

Die Stimmabgabe ist bis 22.00 Uhr möglich. Am Samstag wird die Wahl von 8.00 Uhr bis 14.00 Uhr fortgesetzt. Mit den ersten Hochrechnungen kann noch am Samstagnachmittag gerechnet werden.

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