Brasiliens Präsident scheiterte mit Absetzung von Ermittler

Der unter Korruptionsverdacht stehende brasilianische Präsident Michel Temer ist mit dem Versuch gescheitert, den Chefermittler in seinem Fall abzusetzen. Der Oberste Gerichtshof des Landes votierte am Mittwoch in Brasilia einstimmig dafür, Generalstaatsanwalt Rodrigo Janot im Amt zu belassen. Janot hatte Anklage gegen Temer wegen der Annahme von Bestechungsgeldern beantragt.

© APA (AFP)
 

Das Parlament wandte aber Anfang August einen Prozess gegen den Staatschef ab. Am Obersten Gerichtshof votierten nun alle neun Richter gegen den Vorschlag Temers, den missliebigen Chefermittler durch die Juristin Raquel Dodge zu ersetzen. Damit bleibt Janot im Amt und könnte den Präsidenten weiterer Vergehen wie etwa Behinderung der Justiz beschuldigen.

Temer wird vorgeworfen, 500.000 Real (rund 130.000 Euro) Schmiergeld vom Chef des Fleischkonzerns JBS, Joesley Batista, angenommen zu haben. Temer bezeichnet die Vorwürfe als Erfindung.

Nach Joesley Batista wurde nun auch sein Bruder Wesley verhaftet, mit dem er den Konzern leitet. Die beiden Brüder hatten gestanden, Schmiergelder an nicht weniger als 1.900 brasilianische Politiker gezahlt zu haben. Zudem belasteten sie Präsident Temer in der Korruptionsaffäre schwer.

Wesley Batista muss sich nun wegen Insiderhandels verantworten. Als die Vorwürfe der Batista-Brüder gegen den Präsidenten bekannt wurden, stürzte der Kurs ihres Unternehmens an der Börse ab. Zuvor soll Wesley Batista noch illegal ein Aktienpaket verkauft haben.

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