Auto raste bei Rechtsextremen-Demo in USA in Menschengruppe

Bei einer Versammlung des Ku-Klux-Klans und anderer rechtsextremer Gruppen im US-Staat Virginia ist die Gewalt eskaliert: Mindestens ein Mensch wurde laut offiziellen Angaben getötet und 34 weitere verletzt. Zunächst gingen rechte und linke Gruppen aufeinander los, später raste ein Auto in eine Menschenmenge. US-Präsident Donald Trump verurteilte den "Ausbruch von Hass, Fanatismus und Gewalt".

© APA (AFP)
 

Die Universitätsklinik in Charlottesville erklärte in einer ersten Bilanz, im Krankenhaus würden 19 Menschen behandelt, ein weiterer sei seinen Verletzungen erlegen. Der Bürgermeister von Charlottesville, Mike Signer, schrieb auf Twitter, er sei "am Boden zerstört, dass hier jemand ums Leben gekommen ist". Um wen es sich bei dem Toten handelt und wie er ums Leben kam, teilte er nicht mit. Er rief alle "Menschen guten Willens" auf, nach Hause zu gehen.

In der Stadt hatten sich tausende Anhänger des Ku-Klux-Klans und anderer rechtsextremer Gruppen versammelt. Schon vor Beginn des geplanten Marsches unter dem Motto "Vereint die Rechte" geriet die Lage außer Kontrolle: Rechtsextreme in paramilitärischen Uniformen und Mitglieder antifaschistischer Gruppen gingen trotz eines massiven Polizeiaufgebots mit Schlagstöcken, Flaschen und Wurfgeschoßen aufeinander los.

Die Polizei trieb die Menge mit Tränengas auseinander und nahm Gewalttäter fest. Zudem räumte sie einen Park und untersagte den Marsch der Rechtsextremen. Die Behörden riefen den Ausnahmezustand aus, es kam zu Festnahmen.

Kurze Zeit später raste ein Auto in eine Menschenmenge. Nach Angaben von Augenzeugen fuhr der dunkle Wagen absichtlich in eine Gruppe linker Gegendemonstranten. "Er hat Gas gegeben und alle umgefahren", sagte ein Augenzeuge. "Dann hat er zurückgesetzt und ist noch einmal in uns reingefahren." Er sprach von rund einem Dutzend Verletzten. Die Polizei erklärte, es habe "zahlreiche Verletzungen" gegeben.

Eine AFP-Journalistin sah mehrere Verletzte, die am Boden lagen, sowie Menschen, die weinten. Rettungskräfte bemühten sich um die Opfer, auch die Feuerwehr war im Einsatz. Schwerbewaffnete Polizisten sicherten den Tatort ab, wie ein AFP-Fotograf beobachtete.

Trump verurteilte "auf schärfste Weise diesen ungeheuerlichen Ausbruch von Hass, Fanatismus und Gewalt auf vielen Seiten", wie er auf seinem Anwesen in Bedminster (New Jersey) sagte. Vor dem Vorfall mit dem Auto hatte er auf Twitter an alle US-Bürger appelliert, zusammenzustehen und den Hass zu verurteilen. "Es gibt keinen Platz für diese Art von Gewalt in Amerika", betonte er.

Zu der Demonstration aufgerufen hatte neben dem Ku Klux Klan auch die sogenannte Alt-Right-Bewegung, die neonazistisches Gedankengut vertritt und Trump unterstützt. Erwartet wurden bis zu 6.000 Teilnehmer aus verschiedenen Spektren der Ultrarechten, darunter Ku-Klux-Klan-Führer David Duke. Der verbotene Protestmarsch sollte sich gegen die Stadtverwaltung von Charlottesville richten. Sie will ein Denkmal des Bürgerkriegs-Generals Robert Lee entfernen lassen. Lee führte Mitte des 19. Jahrhunderts die Südstaaten-Truppen, die für die Sklaverei eintraten.

Bereits Anfang Juli hatten ultrarechte Gruppen in Charlottesville demonstriert. Die jetzt angekündigte Kundgebung sollte die größte seit mehreren Jahren werden.

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