Japan stationiert wegen Nordkorea-Krise Raketenabwehrsystem

In dem sich zuspitzenden Atomstreit mit Nordkorea hat Japan mit der Stationierung seines Raketenabwehrsystems begonnen. Das System werde derzeit in mehreren Städten im Westen des Landes installiert, berichtete der Rundfunksender NHK am Samstag. Auf Fernsehbildern waren Militärfahrzeuge mit entsprechendem Material zu sehen.

© APA (AFP)
 

Die japanische Regierung sagte, man wolle sich auf die Möglichkeit vorbereiten, dass Pjönjangs Flugkörper über Japan versagen sollten. Ministerpräsident Shinzo Abe kündigte an, die Regierung werde alles tun, um Leben und Eigentum der Bevölkerung zu schützen.

Japan verfügt über zwei Raketenabwehrsysteme, das Patriot Advanced Capability (PAC-3) auf dem Land und das auf Aegis-Zerstörern installierte Standard Missile-3 (SM-3). Bisher waren in den Präfekturen Shimane, Hiroshima, Kochi und Ehime keine Patriots stationiert.

Nordkorea hatte zuletzt mit einem Raketenabschuss in Richtung der US-Pazifikinsel Guam gedroht, wobei die Geschoße über japanisches Gebiet fliegen würden. Tokio kündigte an, nordkoreanische Raketen abzuschießen, die japanisches Territorium bedrohten.

Das Weiße Haus teilte am Samstag in der Früh mit, US-Armeeeinheiten stünden "bereit", Guam zu verteidigen. US-Präsident Donald Trump sicherte dem Gouverneur von Guam, Eddie Calvo, demnach in einem Telefonat zu, dass die US-Armee werde die Sicherheit der Menschen in Guam sowie im Rest der USA gewährleisten. Auch der Stabschef im Weißen Haus, John Kelly, telefonierte demnach mit Calvo.

Experten gehen unterdessen davon aus, dass Nordkorea derzeit neue U-Boot-gestützte Raketentests vorbereiten könnte. Jüngste Satellitenaufnahmen zeigten "mehrere Entwicklungen, die darauf hindeuten, dass Nordkorea die seegestützte Sparte seiner Atomstreitkräfte vorantreibt", erklärte der Militärexperte Joseph Bermudez am Freitag auf der US-Webseite "38 North", wo er entsprechende Aufnahmen veröffentlichte. Die Aktivitäten ähnelten denen früherer derartiger Tests.

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