Salzburger Sommerszene zeigt ekstatisches Auftragswerk

Die Salzburg Experimental Academy of Dance (SEAD) und die Sommerszene haben die französisch-spanisch-belgische Choreografin Rosalba Torres Guerrero mit einem Werk beauftragt. "Long Past" ist ein Stück für sechs Tänzer der Kompanie Bodhi Project, das am Freitag in der ARGEkultur in Salzburg aufgeführt und vom Publikum gefeiert wurde.

 

Im Zentrum stehen laut Programm sechs Menschen, die sich mit schwindenden Erinnerungen und Fragen zur eigenen Existenz befassen. Emotion und Reaktion verschwimmen in Bewegungen und vor dem Hintergrund verschiedener Geräusche und Melodien. Die Tänzer, drei Frauen und drei Männer, tragen alle gleichfarbige Jeans und freien Oberkörper. Die Choreografie beginnt mit synchronen Bewegungen und Atemrhythmus. Individuell ist erst einmal gar nichts. Genau das Gegenteil ist der Fall und es wird der Eindruck erweckt, die Tänzer folgten einem ekstatischen Ritual.

Plötzlich brechen zwei der Tänzer aus diesem identischen Bewegungsablauf aus und die anderen folgen. Auch die begleitenden Töne gehen immer mehr in Melodien über. Waren es zu Beginn nur einzelne, elektronisch erzeugte Klänge, so sind mit der Zeit immer mehr Instrumente wahrnehmbar. Zuerst eine Oboe, dann Streicher, Bläser und letztlich auch ein Klavier. 

Die Interaktionen der Tänzer sind völlig unterschiedlich. Mal nähern sie sich an, scheinen in den alten Trott zurück zu fallen, dann brechen sie plötzlich wieder aus. Ein Paar bewegt sich wie in einem filigranen Ringkampf, dann fügen sich die Körper wieder zu akrobatischen Figuren zusammen. Reaktionen sind nun überall zu sehen, mal auf liebevolle Annäherungen, dann wieder auf aggressive Schläge. Jeder Tänzer entwickelt ein eigenes Verhalten, an dem sich auch Charaktereigenschaften festmachen lassen. Ist das der Ausdruck des Individuums?

Zwischen all den ekstatischen und erotischen Interaktionen darf auch gelacht werden. Etwas befremdend wirkt es, als zwei der Tänzer plötzlich, während sie auf dem Boden hin und her rollen, lauthals zu lachen beginnen. Das Publikum lacht teilweise mit. Das Stück endet in einem kompletten Kontrast. Während auf der Bühne wild gerangelt und gesprungen wird, erklingt die sanfte Melodie Faures Pavane. Am Höhepunkt dieses Treibens erlischt das Licht. Dann bricht tosender Applaus herein.

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