Wiener Kinosommer: Am Montag geht es mit Science Fiction los

Filmschauen unter freiem Himmel gehört inzwischen zum fixen Bestandteil des Wiener Sommervergnügens. Auch heuer warten wieder zahlreiche Fixstarter wie das "Filmfestival am Rathausplatz", das "Kino am Dach" oder das durch die Bezirke tingelnde "Volxkino" mit breitem Angebot auf. Den Anfang macht allerdings die "Science Fiction im Park"-Reihe in Margareten, die schon am Montag eröffnet.

 

Diese "Margaretner Filmnächte" finden heuer von 29. Mai bis 3. Juni statt. Unter dem Motto "Female" wird die Rolle von Frauen im Sci-Fi-Film thematisiert. Bei freiem Eintritt werden im Bruno-Kreisky-Park unter anderem die Filme "Matrix", "Terminator 2", "Batman Returns" und "Tank Girl" gezeigt. Bei Schlechtwetter entfällt die Vorstellung.

Bis zu den großen Open-Air-Festivals der Stadt muss man sich allerdings noch etwas gedulden. Das traditionell besucherstärkste Kinosommer-Event, das "Filmfestival am Rathausplatz", bietet heuer an 66 Tagen - von 30. Juni bis 3. September - bei freiem Eintritt Programm. Freunde des Klassik-Genres können sich über Opern- und Konzertaufführungen mit Stars wie Anna Netrebko, Placido Domingo, Elina Garanca oder Anne-Sophie Mutter freuen. Außerdem werden Produktionen über Musikgrößen wie Bob Dylan, Leonard Cohen, Miles Davis, George Michael, Diana Krall, Depeche Mode und die Rolling Stones gezeigt. Filmbeginn ist täglich bei Einbruch der Dunkelheit, die zahlreichen Gastrostände sind von 11.00 bis 24.00 Uhr geöffnet.

Ebenfalls bis 3. September findet heuer das Open-Air-Kino des Filmarchivs Austria "Kino wie noch nie" am Augartenspitz statt. Ab 29. Juni wird an 67 Filmabenden eine Mischung aus Klassikern und aktuellen Filmen gezeigt. Außerdem gibt es verschiedene Themenschwerpunkte: Unter anderem wird dem österreichischen Kabarettisten, Schauspieler und Regisseur Josef Hader eine Retrospektive gewidmet und es werden österreichische und internationale Stummfilme, begleitet von Livemusik, gespielt. Am Eröffnungsabend musiziert etwa Ernst Molden zum Stummfilm "Die kleine Veronika", einer österreichischen Produktion aus dem Jahr 1929. Außerdem gibt es einen Premierenschwerpunkt, bei dem Filme, die bei der Diagonale ausgezeichnet wurden - unter anderem der Siegerfilm "Die Liebhaberin" - gezeigt werden. Die Filme starten um 21.30 Uhr, ab 1. August um 21.00 Uhr.

Ins 14. Jahr geht heuer das "Kino am Dach" am Gürtel über der Hauptbücherei. Los geht es am 8. Juni mit der heimischen "Anti-Integrations-Komödie" "Die Migranten", dem Spielfilmdebüt von Arman T. Riahi. Regisseur und Crew werden anwesend sein - immerhin feiert die Arbeit hier ihre offizielle Österreich-Premiere, erst tags darauf kommt sie regulär in die Kinos. Bis 3. September stehen dann täglich Open-Air-Vorführungen auf dem Programm. Neben anderen heimischen Produktionen wie "Wilde Maus", "Toni Erdmann", "Indien" oder "Siebzehn" darf man sich auf Klassiker a la "Dirty Dancing", "Thelma & Louise" oder "Ein Fisch namens Wanda" freuen. Die zeitgenössischen Schmankerl reichen von "I, Daniel Blake" über "Elle" bis zu "Arrival". Die Filme beginnen jeweils um 21.00 Uhr (Juni und Juli) bzw. um 20.30 Uhr (August und September), Tickets kosten acht Euro.

Traditionell durch die ganze Stadt tingelt indes das "Volxkino", das schon fast drei Jahrzehnte auf dem Buckel hat. Der Startschuss fällt am 7. Juni auf dem Karmelitermarkt in der Leopoldstadt, gezeigt wird Woody Allens "Zelig" aus 1983. Bis 17. September macht das Festival dann an unterschiedlichen Stationen im öffentlichen Raum - in Parks, auf Märkten oder am Gürtel-Nightwalk - halt. Der Eintritt für die rund 50 Spiel- und Dokumentationsfilme ist frei.

Viele Zuschauer lockte in den vergangenen Jahren auch das "Kino unter Sternen" am Karlsplatz an. Darauf müssen Freiluft-Cineaster heuer allerdings verzichten. Die Veranstalter sagten die Reihe für das heurige Jahr ab und begründeten den Schritt mit geänderten Förderregelungen der Stadt. Das mache eine zeitgerechte Planung nicht möglich, so die Erklärung. Zusätzlich hätte man mit Kürzungen rechnen müssen. Ob es 2018 ein Comeback für das Gratis-Festival geben wird, ist noch offen.

Weiterhin fixer Bestandteil des Wiener Kinosommers ist indes das Filmschauen in der Arena - auch wenn heuer dafür nur eine Woche anberaumt wurde. Zur Eröffnung steht Britpop am Programm - in Form einer Doku über die Band Pulp des Regisseurs Florian Habicht. "A Film About Life, Death and Supermarkets" beleuchtet Musik und Geschichte der Formation, lässt aber auch Freunde und Verwandte der Mitglieder zu Wort kommen. Weiters sind etwa der post-apokalyptische Zukunftsentwurf "Turbo Kid" oder das italienische Horror-Movie "Opera" von Dario Argento auf dem Spielplan. Dank Überdachung bietet sich ein Besuch auch bei nicht allzu schönem Wetter an, die Tickets kosten sechs Euro.

Im Garten des Volkskundemuseums im achten Bezirk findet von 6. Juli bis 1. September das Kurzfilmfestival "dotdotdot" statt. Insgesamt werden 170 "handverlesene kurze und mittellange Filme" gezeigt. Die Open-Air-Screenings finden jeden Donnerstag und Freitag bei Einbruch der Dämmerung statt, bei Schlechtwetter wird die Veranstaltung in den Großen Saal des Museums verlegt. Am Eröffnungsabend sind die Regiedebüts "Come Swim" von Kristen Stewart und "Kitty" von Chloe Sevigny erstmals nach der Weltpremiere in Cannes in Wien zu sehen. Gezahlt wird nach dem Prinzip "Pay what you can".

Im etwas weniger zentral gelegenen Schloss Neugebäude in Simmering startet die Open-Air-Kinosaison am 30. Juni und läuft bis 3. September. Am Programm stehen die aktuellen Blockbuster der Saison. Vor malerischer Kulisse werden unter anderem "Die Schöne und das Biest", "Fast & Furious 8" und "La La Land" gezeigt. Der Eintritt beträgt acht Euro, montags nur sechs Euro.

Neben den großen Festivals gibt es diesen Sommer einmal mehr eine Reihe von kleineren Nischenevents für Cineasten. Darunter fällt etwa das "frame[o]ut"-Festival im Museumsquartier. In den Ferienmonaten ab 7. Juli wird jeden Freitag und Samstag ab 21.30 Uhr abwechslungsreiche Ware im Hof 8 bei den Boulebahnen gezeigt. Zu sehen gibt es etwa einen Abend rund um David Lynchs "Mulholland Drive", Super-8-Filme oder - zum Abschluss - am 25. und 26. August Cat-Content von Vienna Shorts. Bei Schlechtwetter übersiedelt man in die Arena 21. Die Eröffnung findet im Haupthof statt, inklusive Konzert von Clara Blume.

An nur einem einzigen Abend, und zwar am 21. Juli, wird der Parkplatz des Naschmarkts zum Kino. Zum dritten Mal will das "Kino am Naschmarkt" laut eigenen Angaben "eine karge Asphaltfläche zum erweiterten Wohnzimmer erklären". Bei dem Silent-Cinema-Event wird der Ton über Kopfhörer übertragen, als Leinwand dient eine Gebäudemauer. Derzeit läuft eine Crowdfunding-Initiative, über die Plattform Startnext kann das Projekt finanziell unterstützt werden. Welcher Film zu sehen sein wird, bleibt eine Überraschung.

Eine Neuauflage soll es auch für "Film ab im Grätzl!" geben. An zwei Tagen im August wird man Werke zeigen, die entweder im 2. Bezirk spielen oder von dort ansässigen Filmemachern gedreht wurden. Programm und Austragungsort stünden allerdings noch nicht endgültig fest, hieß es auf APA-Anfrage. Im Gespräch ist jedenfalls die Krieau.

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