Experten geben "WannaCry"-Opfern Hoffnung in letzter Minute

Der Hackerangriff mit dem Erpressungstrojaner "WannaCry" hat auch das russische Bankensystem getroffen. Das wurde am Freitag bekannt. IT-Sicherheitsexperten aus Frankreich haben unterdessen nach eigenen Angaben einen Weg gefunden, vom Trojaner verschlüsselte Computer wieder freizubekommen. Eine Voraussetzung sei, dass die Rechner nach der Attacke nicht wieder neu gestartet wurden.

© APA (dpa-Zentralbild)
 

Außerdem sei es möglich, dass die dafür nötigen Informationen im Speicher des Computers bereits überschrieben worden seien, erklärte die Firma Comae Technologies. Ansonsten habe das Werkzeug "Wanakiwi" auf Computern sowohl mit Windows XP als auch mit Windows 7 funktioniert.

Für Tausende betroffene PC-Nutzer könnte das der letzte Strohhalm sein. Denn der 19. Mai ist der Tag, an dem laut Drohung der Angreifer die Daten auf befallenen Computern endgültig löschen will, wenn die Opfer keine Lösegeld bezahlt haben. Bei der Attacke am Freitag vergangener Woche waren Zehntausende Windows-Computer verschlüsselt worden, ein Großteil der betroffenen Rechner lief mit Windows 7.

Die Zentralbank in Moskau räumte am Freitag ein, dass es in einzelnen Fällen gelungen sei, in die Computersysteme von Finanzinstituten einzudringen. Die Probleme seien aber schnell angegangen worden. Bisher hatte es geheißen, den Angreifern sei es nicht geglückt, in die Systeme einzudringen. "WannaCry" hatte vergangenes Wochenende mehr als 200.000 Computer in 150 Ländern erfasst und blockiert.

Die Urheber wollten damit von Firmen wie dem staatlichen britischen Gesundheitsdienstleister NHS, dem französischen Autobauer Renault und der Deutschen Bahn Geld erpressen, damit diese wieder Zugang zu ihren Rechnern erhalten.

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