Angeklagter entkam durch Sprung aus Fenster aus Gericht

Ein Angeklagter ist am Freitag nach der Urteilsverkündung am Innsbrucker Landesgericht kurzerhand aus dem Fenster gesprungen und geflohen. "Der Mann nutzte die Beratungssituation mit seinem Verteidiger aus, rannte zum Fenster, riss dieses auf und sprang hinaus", schilderte Landesgerichts-Sprecher Andreas Stutter, der APA.

© APA
 

Der Mann floh daraufhin in die Altstadt. Dort wurde er rund eine halbe Stunde später von einem Großaufgebot von Polizei und Justizwache festgenommen. Laut dem Sprecher waren während der Verhandlung drei Justizwachebeamten anwesend.

Die Justizwachebeamten befanden sich zum Zeitpunkt der Flucht des Angeklagten im Verhandlungssaal, präzisierte Gerichtssprecher Andreas Stutter. Wie die "Tiroler Tageszeitung" auf ihrer Online-Seite berichtete, geleiteten sie den Mann in Richtung Ausgangstüre zum Gang vor den Verhandlungssälen, damit sich dieser dort mit seinem Anwalt besprechen konnte.

Kurz vor Erreichen der Türe machte der Kroate jedoch eine abrupte Kehrtwendung und lief durch den Verhandlungssaal. Er riss vor dem noch diktierenden Richter das Fenster auf und sprang vom ersten Stock des Landesgerichts in ein Gesträuch außerhalb des Gerichtsgebäudes.

Indes leitete das Justizministerium eine Untersuchung des Vorfalls ein. Man überprüfe, ob es Verfehlungen gegeben habe, sagte General Josef Schmoll, für Fragen des Strafvollzugs im Ministerium zuständig, der APA. Justizwachebeamte müssten vor Gericht jedenfalls immer bei einem Angeklagten verbleiben, so Schmoll.

Bei dem in Untersuchungshaft sitzenden Mann handelte es sich um jenen 26-jährigen Kroaten, der beschuldigt wird, im vergangenen Dezember eine Überfallserie auf drei Frauen in Innsbrucker Tiefgaragen verübt zu haben. Am Freitag war der Mann jedoch wegen Einbrüchen vor Gericht gestanden, die ihm im Zuge der Ermittlungen zu den Raubüberfällen nachgewiesen werden konnten.

Im Zusammenhang mit den Überfällen in den Tiefgaragen wird gegen den Kroaten in zwei Fällen auch wegen versuchten Mordes ermittelt. Das erste Opfer war eine 34-jährige Schwangere, die am 20. Dezember gegen Mittag in einer Tiefgarage im Gewerbegebiet Mühlau/Arzl von hinten niedergeschlagen und beraubt wurde. Der Angreifer machte sich danach mit einem Fahrrad aus dem Staub.

Einen Tag später wurde die Tochter des bekannten verstorbenen Schauspielers Karl-Heinz Böhm, Sissy Böhm, Opfer des Gewalttäters. Die 61-Jährige wurde in der Tiefgarage ihres Hauses in ein Auto gezerrt und entführt. Ein Unfall in Hall stoppte schließlich die Entführungsfahrt. Die 61-Jährige schwebte daraufhin in Lebensgefahr.

Die Handschellen klickten für den 26-Jährigen schließlich am 22. Dezember. Er wurde in Zirl festgenommen, nachdem er bei einer Verfolgungsjagd gegen eine Mauer gefahren und anschließend zu Fuß geflüchtet war. Zuvor soll der Kroate abermals eine 61-Jährige Frau in einer Tiefgarage attackiert, beraubt und sich mit ihrem Pkw aus dem Staub gemacht haben.

Die Ermittlungen in den Fällen sind noch nicht abgeschlossen, erklärte Mayr. Ein psychiatrisches Sachverständigengutachten sowie der Abschlussbericht des Landeskriminalamtes seien noch ausständig.

Kommentare (1)

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onyx
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Lesenswert?

feige

Sich über körperlich unterlegene Menschen herzumachen ist einfach nur feige.

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