Federer triumphierte nach Melbourne auch in Indian Wells

Das unglaubliche Comeback des Roger Federer geht weiter. Der 35-jährige Schweizer, der im Jänner nach einem halben Jahr Verletzungspause bei den Australian Open sein 18. Major-Turnier gewonnen hatte, siegte auch in Indian Wells. Mit einem 6:4,7:5 im Finale des ersten Masters-1000-Turniers des Jahres über seinen Landsmann Stan Wawrinka holte Federer seinen bereits 90. Titel.

© APA (AFP)
 

"Es war einfach wieder eine märchenhafte Woche", sagte Federer, der sein Glück kaum fassen kann. "Das Comeback nach der Pause verläuft weiter wie ein Traum. Besser könnte es für mich gar nicht laufen", erklärte der vierfache Familienvater, der wie sein unterlegener Finalgegner am Ende mit den Tränen kämpfte. Federer erinnerte daran, dass er 2016 gar kein Turnier gewonnen hat. "Die Unterschiede sind dramatisch. Aber es fühlt sich großartig an." Vor 17 Jahren war Federer erstmals zu einem seiner Lieblingsturniere in die kalifornische Wüste gekommen, nun hat er es zum fünften Mal gewonnen.

Auf Masters-1000-Ebene ist Federer nun überhaupt der älteste Sieger aller Zeiten und löste Andre Agassi, der mit 34 in Cincinnati gewonnen hat, ab. Der unterlegene Wawrinka liegt im Head-to-Head mit Federer jetzt 3:20 zurück. Der US-Open-Sieger, der im Viertelfinale Dominic Thiem ausgeschaltet hatte, war voll des Lobes für den Superstar. "Er hat wirklich schnell gespielt. Er hatte immer eine Antwort. Ich hatte ein paar wenige Möglichkeiten, die ich vielleicht hätte besser spielen können, aber es war nicht genug", erklärte der 31-Jährige, immerhin Nummer 3 der Welt. Federer kletterte um vier Ränge zurück auf Platz 6.

Und direkt zu Federer gewandt, erinnerte sich Wawrinka auch an das im Jänner in fünf Sätzen verlorene Halbfinale in Melbourne: "Ich habe ein hartes Match gegen dich verloren, aber als du das Finale in Australien gespielt hast, war ich immer noch dein größter Fan. Jeder, der Tennis kennt, liebt es, dir zuzuschauen. Darum ist es gut, dass du wieder auf diesem Level spielen kannst, hoffentlich noch für viele Jahre."

In einer Form wie dieser ist Federer, wenn sein Körper weiter mitspielt, auch diese Woche in Miami Topfavorit. Hinzukommt, dass mit Andy Murray und Novak Djokovic die zwei bestgereihten Spieler ebenso abgesagt haben wie der Weltranglisten-Zehnte Jo-Wilfried Tsonga. Während Murray und Djokovic beide über Ellbogenprobleme klagen, erwarten der Franzose und seine Freundin demnächst ihr erstes Baby. Die Auslosung für Miami erfolgt übrigens Montagnachmittag Ortszeit.

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