Heftige Gefechte am Stadtrand von Damaskus

Am Stadtrand von Damaskus haben sich syrische Regierungstruppen und Rebellen heftige Gefechte geliefert. Nach einem Vorstoß von Jihadisten und anderen Aufständischen im Osten der syrischen Hauptstadt ließ die Regierung von Präsident Bashar al-Assad am Montag schwere Luftangriffe auf den Bezirk Jobar fliegen. Nach Militärangaben wurden die Rebellen zurückgedrängt, die Kämpfe flauten am Abend ab.

© APA (AFP)
 

Jihadisten der Fateh-al-Sham-Front und andere Aufständische hatten am Sonntag versucht, von Jobar aus zum Abbasiden-Platz im Stadtzentrum von Damaskus vorzustoßen. Die Fateh-al-Sham-Front ist aus der Al-Nusra-Front, dem ehemaligen Al-Kaida-Ableger in Syrien, hervorgegangen. Es war das erste Mal seit zwei Jahren, dass es den Rebellen gelang, in die Umgebung des Abbasiden-Platzes vorzudringen.

Die Rebellen attackierten die Regierungstruppen mit zwei Autobombenanschlägen und mehreren Selbstmordattentätern. Die Regierungstruppen starteten schnell eine Gegenoffensive, am Montagmorgen wurde Jobar von Kampfflugzeugen bombardiert.

Stundenlang waren im Zentrum von Damaskus die Einschläge der Luftangriffe sowie das Mündungsfeuer von Heckenschützen zu hören. Zahlreiche Einwohner der Hauptstadt verbargen sich in ihren Häusern, Schulen und Geschäfte blieben geschlossen.

Nach Darstellung der staatlichen Nachrichtenagentur Sana richteten sich die Luftangriffe in Jobar gegen "Terroristenstellungen". Bis zum frühen Abend gelang es den Regierungstruppen laut Militärangaben, fast alle Stellungen der Rebellen zurückzuerobern.

Möglicherweise wollten die Aufständischen mit ihren Angriffen vom Sonntag den Bezirk Kabun nördlich von Jobar freikämpfen, der von den Regierungstruppen umschlossen ist. "Bei ihrem Ansturm konnten die Aufständischen für mehrere Stunden eine Straßenverbindung zwischen Kabun und Jobar öffnen", sagt der Leiter der oppositionsnahen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Abdel Rahman. Später sei es den Regierungstruppen aber gelungen, fast drei Viertel der Rebellenstellungen zurückzuerobern.

Nach dem Ende der Kämpfe trauten sich die Anrainer laut Medienberichten wieder auf die Straße. Die Geschäfte öffneten und auf den Straßen fuhren wieder Autos. Auch der Abbasiden-Platz war wieder fast so belebt wie sonst.

Ob die Luftangriffe von der syrischen oder russischen Luftwaffe geflogen wurden, war zunächst unklar. Einwohner Jobars sprachen von mindestens 40 Luftangriffen. Die Beobachtungsstelle verzeichnete alleine für Sonntag 26 getötete Kämpfer der Regierungstruppen sowie 21 getötete Aufständische, für Montag lagen zunächst keine Zahlen vor.

Seit dem Beginn des Bürgerkriegs in Syrien vor sechs Jahren wurden mehr als 320.000 Menschen getötet. Seitdem Russland sich im September 2015 aktiv in das Kriegsgeschehen einmischte, gewannen die Regierungstruppen vielerorts die Oberhand zurück. Ende des vergangenen Jahres gelang es den Regierungstruppen, Aleppo, die zweitgrößte Stadt des Landes, vollständig zurückzuerobern. Am Donnerstag soll ein weiterer Anlauf zu Friedensverhandlungen in Genf unternommen werden.

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