Kleine Zeitung Salon

"Traiskirchen ist nur mehr eine Massenanstalt gewesen"

Im Gespräch mit Carina Kerschbaumer berichtete Kilian Kleinschmidt (Berater der Innenministerin) über seine Erfahrungen als Krisenhelfer und sein Buch "Weil es um die Menschen geht". Hier die Diskussion mit Kleinschmidt zum Nachschauen.

ARCHIVBILD: KILIAN KLEINSCHMIDT
© APA/DPA/SÖREN STACHE
 

Er erlebte Selbstmordanschläge, Chaos und managte das zweitgrößte Flüchtlingslager der Welt, Zaatari in Jordanien mit über 100.000 syrischen Flüchtlingen: Kilian Kleinschmidt wird gerufen, wenn die Vereinten Nationen Gewalt nicht mehr in den Griff bekommen.

Im Kleine Zeitung-Salon berichtete Kilian Kleinschmidt über sein Buch "Weil es um die Menschen geht", seine Erfahrungen in den Krisenherden dieser Welt wie auch im Flüchtlingslager Traiskirchen. Als Berater der Innenministerin hat er Traiskirchen besucht und dort Strukturen erkannt, wie sie in allen Massenquartieren entstehen. "Es gab auch in Traiskirchen keinen Dialog mehr, Traiskirchen war nur mehr Massenanstalt", erklärte er. Mafiaähnliche Strukturen wie im Flüchtlingscamp in Zaatari gebe es zwar nicht, aber Menschen, die ihre Macht ausspielen würden.

"Wichtig ist, in solchen Massenunterkünften nicht mit den Chefs, den Übersetzern oder jenen zu sprechen, die sich nach vorne drängen, sondern den Dialog mit einfachen Menschen zu suchen. Das passiert leider zu wenig", meinte Kleinschmidt. Wesentlich sei vor allem, in Massenunterkünften für Individualität zu sorgen.

Anlass für den Vortrag war das neue Buch Kilian Kleinschmidts, der Titel: "Weil es um die Menschen geht."

Hier der Livestream zum Nachschauen: